René Obermann neuer Airbus-Verwaltungsratsvorsitzender

René Obermann ist neuer Verwaltungsratsvorsitzender von Airbus. Er folgt auf Denis Ranque. Damit wird das traditionelle Gleichgewicht um die Spitzenjobs des Konzerns zwischen Deutschland und Frankreich wiederhergestellt.

René Obermann © dpa / Oliver Berg

Der frühere Telekom-Chef René Obermann ist zum Verwaltungsratsvorsitzenden bei Airbus gewählt worden. Der lange geplante Wechsel ist am Donnerstag im Rahmen der Hauptversammlung von Airbus in Amsterdam vollzogen worden, teilte der Luft- und Raumfahrtkonzern mit.

Der Verwaltungsrat habe der Ernennung Obermanns zugestimmt. Der Deutsche, der bereits in dem Board of Directors sitzt, löst den Franzosen Denis Ranque ab, der seinen Rückzug bereits im vergangenen Jahr angekündigt hatte und Obermann als seinen Nachfolger vorgeschlagen hatte.

Enders-Abschied machte Weg für Obermann frei

Traditionell wird zwischen Frankreich und Deutschland ein Gleichgewicht bei den Spitzenjobs des Konzerns gewahrt. Im vergangenen Jahr war der Franzose Guillaume Faury zum neuen Konzernchef gewählt worden und ersetzte damit den Deutschen Tom Enders.

"Ich freue mich auf eine noch engere Zusammenarbeit mit dem Management-Team und meinen Kollegen im Board of Directors, um das Unternehmen bei der Bewältigung seiner unmittelbaren und längerfristigen Herausforderungen und insbesondere bei unserer Reaktion auf die Covid-19-Pandemie zu unterstützen", erklärte der 57-jährige Obermann laut Mitteilung.

Wegen der Pandemie hatte Airbus dringend davon abgeraten, persönlich an der Hauptversammlung teilzunehmen, und empfahl seinen Aktionären stattdessen durch Vollmachts- und Weisungserteilung abzustimmen. Faury hatte zuvor in einer Videobotschaft bedauert, wegen des Virus nicht persönlich in Amsterdam sein zu können.

Airbus hatte bereits im März angekündigt, die zunächst vorgesehene Dividende für 2019 zu streichen. Der Abstimmungspunkt über die Zahlung war damals von der Tagesordnung für die Hauptversammlung genommen worden.

Der Flugzeugbauer mit wichtigen Standorten in Deutschland und Frankreich ist stark von der Corona-Krise betroffen, denn Airlines sind als Abnehmer in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Zuletzt hatte der Konzern die Produktion der Passagierflugzeuge um rund ein Drittel gekappt.

Von: dpa, br

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