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Reisekonzern Tui rechnet mit Rekordjahr für Spanien-Reisen

Die Türkei-Buchungen bei Tui waren nach dem Terroranschlag um 40 Prozent eingebrochen. Viele Urlauber haben nun andere Reisepläne. Konzern-Chef Friedrich Joussen erwartet ein Rekordjahr für Spanien-Reisen.

Friedrich Joussen © Tui AG

Der weltgrößte Reisekonzern Tui Group sieht 2016 einem Rekordjahr für Spanien-Reisen entgegen. Das Last-Minute-Geschäft werde in diesem Sommer für Spanien ausfallen, sagte Tui-Chef Friedrich Joussen der "Bild am Sonntag". "Und es werden nicht alle nach Mallorca kommen, die nach Mallorca wollen." Nach den Anschlägen in Nordafrika habe Tui für 26 Millionen Euro zusätzliche Bettenkapazitäten in Spanien eingekauft.

Zuvor war ein Einbruch bei den Türkei-Buchungen bekanntgeworden. Im Februar hatte Joussen für das Land am Bosporus einen Buchungseinbruch um 40 Prozent gemeldet, nachdem es im Januar einen Anschlag in Istanbul gegeben hatte. Auch andere Reiseveranstalter spüren die Verunsicherung der Urlauber. Thomas Cook hat ebenfalls die Spanien-Kapazitäten ausgeweitet und setzt auch auf Bulgarien.

Die Tui Group ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Touristik-Konzern. Die Tui Deutschland GmbH mit Sitz in Hannover ist eine hundertprozentige Tochter. Aber auch sechs Airlines gehören der Gruppe an, darunter auch die Tuifly.

Im westlichen Mittelmeerraum gebe es erhebliche Zuwachsraten, sagte Tui-Chef Joussen. "Die Gästezahlen für die Kanaren liegen bei unserer deutschen Gesellschaft heute rund 35 Prozent im Plus." Mit Blick auf die Balearen fügte er hinzu: "Im August wird mit ziemlicher Sicherheit nichts leer stehen." Vor allem in Spanien samt den Balearen und den Kanarischen Inseln ist Tui mit eigenen Hotels besonders stark vertreten.

Tui hält an Tunesien und Ägypten fest

Trotz des Terrors und der Anschläge werde Tui Tunesien oder Ägypten nicht aufgegeben, kündigte Joussen an: "Unser Robinson-Club auf Djerba bleibt geöffnet - trotz einer Auslastung von gerade mal 30 Prozent." Er gehe davon aus, dass auch die Buchungen in der Türkei mittelfristig wieder anziehen. Joussen betonte, er halte die Türkei weiterhin für attraktiv, es gebe dort auch keine Reisewarnung. Neue Zahlen für das Land nannte er aber nicht.

© dpa, Wolfram Kastl Lesen Sie auch: Reiseveranstalter spüren Folgen von Terroranschlägen

Trotz der jüngsten Terroranschläge hält der Tui-Chef Urlaub für vergleichsweise sicher: "Jedes einzelne Schicksal ist tragisch, jeder Tod zu viel. Aber sollen wir jetzt unser Leben komplett ändern? Wenn wir Lebensrisiken nüchtern und rein statistisch bewerten, ist das Gefährlichste am Urlaub die Autofahrt zum Flughafen."

Für die Wintersaison hatte Tui zuvor stabile Gästezahlen gemeldet. Joussen sah den Konzern demnach auf Kurs, seinen um Sondereffekte und Währungskurse bereinigten operativen Gewinn im Ende September auslaufenden Geschäftsjahr um mindestens zehn Prozent zu steigern.

Von: ch, dpa

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