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Regionalflughäfen (7/7) "Die Politik ist aufgerufen, Flughäfen von wettbewerbsverzerrenden Kosten zu befreien"

Wenn der bodengebundene Verkehr an seine Grenzen stoßt, können intelligente Luftverkehrslösungen zukünftig umweltschonend unterstützen. Damit das klappt, müssen gerade auch kleinere Flughäfen von wettbewerbsverzerrenden Kosten entlastet werden, fordert ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel im Interview.

Tower am Flughafen Paderborn/Lippstadt. © Flughafen Paderborn-Lippstadt

Die Regionalflughäfen in Deutschland stehen immer wieder im Zentrum kontroverser Diskussionen. In dieser Serie betrachten wir die wirtschaftspolitischen Aspekte der Regionalflughafeninfrastruktur aus unterschiedlichen Blickwinkeln und haben dazu kompetente Gastautoren und Interviewpartner aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft gewinnen können. Im letzten Teil unserer Serie "Regionalflughäfen" befragen wir den Flughafenverband ADV zur Zukunft der kleineren Standorte.

airliners.de: Corona setzt den Flughäfen aktuell stark zu. Ist nach Paderborn und Friedrichshafen mit weiteren Insolvenzen zu rechnen?

Ralph Beisel: Seit Wochen liegen unsere Passagierzahlen bei lediglich zehn Prozent gegenüber dem Vorkrisenniveau. Ein Flugbetrieb ohne Einnahmen lässt sich nicht unbegrenzt durchhalten. Tatsächlich ist die Lage an einigen Flughafenstandorten existenzbedrohend. Weitere Insolvenzen können nicht ausgeschlossen werden. Wenn Flughäfen in schwierigen Zeiten ihre Funktion der Daseinsvorsorge erfüllen, erwarte ich, dass die Politik den Flughäfen unter die Arme greift.

Es hat lange gedauert, bis Bundesregierung und Länder ein Rettungspaket geschnürt haben. Zu lange?

Die Flughäfen verlieren jeden Tag mehr als zehn Millionen Euro an Einnahmen. Ohne eine verbesserte Teststrategie ist eine Trendwende nicht in Sicht. Die jetzt zugesagten Ausgleichszahlungen für die Vorhaltekosten der Flughäfen sind ein wichtige und lange überfällige Weichenstellung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Jetzt gilt es, die dringend benötigten Corona-Hilfen schnell zur Auszahlung zu bringen. Gleichzeitig appelliere ich, die kleineren Flughafenstandorte, für die im Rettungspaket keine finanzielle Hilfe aus dem Bundeshaushalt vorgesehen ist, nicht zu vergessen.

Von: David Haße

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