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Regierung und Behörden 2019 mit deutlich mehr Dienstreisen per Flugzeug

Trotz Klimadiskussion fliegen Bundespolitiker und -Beamte mehr. Vor allem die umstrittenen Kurzstrecken legen zu. Der umfangreiche Einkauf von Klimazertifikaten soll die Aktivitäten kompensieren.

Ein Airbus A319 mit Bundeskanzlerin Merkel (CDU) an Bord weiht am 21.10.2011 die neue Landebahn Nordwest des Flughafens Frankfurt ein © dpa / Thomas Lohnes

Die Zahl der Dienstreisen von Bundesregierung und Bundesbehörden mit dem Flugzeug ist im vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. Die Beamten und Angestellten der Bundesregierung und der 119 Bundesbehörden seien 2019 insgesamt 265.823 Mal geflogen, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion. Dies seien 27.216 Einzelflüge mehr gewesen als im Jahr zuvor.

Insbesondere die Zahl der von Klimaschützern besonders kritisierten Kurzstreckenflüge nahm laut dem Bericht stark zu. Demnach flogen die Beamten und Angestellten von Regierung und Bundesbehörden im vergangenen Jahr 204.692 Mal auf Kurzstrecken - ein Anstieg von zwölf Prozent im Vergleich zu 2018.

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Insgesamt legten die Beamten und Angestellten mehr als 386 Millionen Kilometer mit dem Flugzeug zurück. Dies entspricht laut "Welt am Sonntag" einem CO2-Ausstoß von 213.942 Tonnen. Um diesen auszugleichen, kaufte das Umweltbundesamt dem Bericht zufolge für rund 1,7 Millionen Euro CO2-Zertifikate aus dem Clean Development Mechanism des europäischen Emissionshandels, mit dem Klimaschutzprojekte im Ausland finanziert werden.

Ein Grund für die vielen Inlandsflüge ist, dass etliche Behörden sowohl Standorte in Berlin als auch in Bonn haben. Auf dieser Strecke wurden in der Vergangenheit besonders viele Flüge gezählt. Kritiker beklagen, dass gerade solche Dienstreisen aufgrund guter Zugverbindungen vermeidbar wären.

Von: dk, afp

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