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Regierung spricht weltweite Reisewarnung aus und holt Urlauber zurück

Die Bundesregierung startet wegen des Corona-Virus eine Rückholaktion für deutsche Urlauber und stellt dafür 50 Millionen Euro bereit. Außenminister Maas spricht zudem eine formelle, weltweite Reisewarnung aus - ein einmaliger Vorgang.

Ein Flugzeug landet auf der griechischen Insel Skiathos. © AirTeamImages.com / Danijel Jovanovic

Die Bundesregierung hat eine beispiellose Rückholaktion für Tausende Deutsche gestartet, die wegen der Coronakrise im Ausland gestrandet sind. Außenminister Heiko Maas sprach von einer "Luftbrücke" vor allem für Urlauber in Marokko, der Dominikanischen Republik, den Philippinen, Ägypten und auf den Malediven. Für die in den nächsten Tagen geplanten Rückholflüge will die Regierung bis zu 50 Millionen Euro ausgeben.

Nach Schätzungen des Auswärtigen Amts sind derzeit noch mehr als 100.000 Personen vor allem in den Hauptreisegebieten für diese Jahreszeit unterwegs. Alleine in Ägypten sind es mehr als 30.000, in der Dominikanischen Republik etwa 10.000, in Marokko 4000 bis 6000, auf Malta 5000 und auf den Philippinen und in Argentinien jeweils rund 1000.

"Wir werden alles dafür tun, den Tausenden im Ausland gestrandeten Urlaubern in den nächsten Tagen eine Rückkehr nach Deutschland zu ermöglichen", sagte Maas.

"Bitte bleiben Sie zu Hause" sagt der Außenminister

Gleichzeitig sprach Maas eine formelle, weltweite Reisewarnung für touristische Reisen aus. Auch das hat es so noch nicht gegeben. Reisewarnungen werden normalerweise nur bei Gefahr für Leib und Leben ausgesprochen, vor allem für Bürgerkriegsländer wie Syrien, Afghanistan oder den Jemen. Sie können kostenlose Stornierungen ermöglichen.

Bisher hatte die Regierung nur von nicht notwendigen Reisen ins Ausland abgeraten und nur vor Reisen in die chinesische Ursprungsregion des Coronavirus gewarnt. "Wir müssen verhindern, dass weitere Deutsche im Ausland stranden", begründete Maas den ungewöhnlichen Schritt. "Bitte bleiben sie zu Hause!"

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In den vergangenen Tagen hatten zahlreiche Länder wegen der rasanten Ausbreitung des Virus Grenzen dicht gemacht und Flugverbindungen gekappt. Da Deutschland inzwischen zu den Hauptrisikoländern gehört, sind deutsche Reisende besonders stark von den Einschränkungen betroffen.

Lufthansa soll Großteil der Flüge übernehmen

Für die Rückführung der Deutschen aus dem besonders stark betroffenen Marokko hat der Reiseveranstalter Tui nach Angaben des Auswärtigen Amts schon erste Flüge organisiert. Wegen der massiven Einschränkungen der Linienflüge weltweit gebe es ausreichend Kapazitäten für die Charterflüge, sagte Maas. Sie sollen vor allem von der Lufthansa durchgeführt werden.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte zur Bild-Zeitung: "Die Krisenstäbe von Lufthansa und Bundesregierung schalten sich jetzt zusammen und planen konkrete Sonderflüge für Passagiere. Parallel werden die Crews eingeteilt und über ihre Sondereinsatzpläne informiert."

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Die marokkanische Regierung hatte zuvor bis zum 31. März fast alle internationale Verkehrsverbindungen - Flüge und Fähren - eingestellt. Nach Angaben des Auswärtigen Amts fliegt nur noch Air France von einigen Flughäfen ins Ausland.

Die Dominikanische Republik in der Karibik hat für einen Monat alle Flüge von und nach Europa ausgesetzt. Am Donnerstag wird Ägypten folgen. Zunächst bis zum 31. März werden alle internationalen Flugverbindungen ins Ausland gestrichen. Längst nicht allen Touristen dürfte es gelingen, ihre Flüge rechtzeitig umzubuchen.

"Der weltweite Passagierverkehr hat sich in den letzten Tagen massiv reduziert, und wir gehen davon aus, dass das nicht das Ende der Entwicklung ist", sagte Maas. Geplant ist nun, dass Flugzeuge gechartert werden, um vor allem Pauschaltouristen zurück nach Hause zu bringen. "Für diese Luftbrücke werden die Anbieter zusammen mit uns Flüge bereitstellen."

Bahn sorgt für Anschlussflüge

Die meisten Rückkehrer sollen den Planungen nach nach Frankfurt und München gebracht werden. Aufgrund der derzeitigen Lage könne dabei aktuell nicht mehr das gesamte innerdeutsche Flugnetz für die Weiterreise genutzt werden, teilte die Lufthansa mit. Daher soll im Anschluss das Streckennetz der Deutschen Bahn genutzt werden, um wieder an Ihren ursprünglichen Zielort zu gelangen. Eine Umbuchung sei dabei nicht erforderlich, bestehende Tickets würden von der Deutschen Bahn akzeptiert, wenn Strecke und Datum identisch sind. Lufthansa ist nicht die einzige Airline, die Reisende nach Deutschland zurückholt. Auch Tuifly hat angekündigt, Touristen aus Spanien zurückzuholen. Die deutsch-türkiscche Sunexpress will derweil trotz Einreiseverbot noch bis zum 20. März alle Flüge in die Türkei durchführen, um gestrandete Passagiere aus der Türkei auszufliegen. Auch Condor hat mitgeteilt, Gäste aus den Urlaubsgebieten gemäß regulärem Flugplan, mit Sonderflügen für Reiseveranstalter sowie als Teil der Luftbrücke des Auswärtigen Amts koordiniert nach Deutschland zu bringen. Sonderflüge legt der Ferienflieger vorrangig Richtung Dominikanische Republik, Marokko und Ägypten auf.

Betroffene sollen sich beim Auswärtigen Amt melden

Betroffene Kunden können sich auf der Internetseite des Auswärtigen Amts über die weiteren Planungen informieren und sich in eine Krisenvorsorgeliste eintragen. So will das Ministerium einen Überblick darüber bekommen, wie viele Leute zurückgeholt werden müssen. Maas sprach von einem "einmaligen Programm" und machte damit deutlich, dass es zu einem späteren Zeitpunkt doch deutlich schwieriger sein wird, nach Deutschland zurückzukehren

© AirTeamImages.com, Phillip Lewis Lesen Sie auch: Lufthansa holt Deutsche mit Sonderflügen zurück

Von: dk, dpa

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