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Basiswissen Airline Operations (10) Gastautor werden

Der Re-clearance-Flugplan macht die Flugdurchführung flexibel

Mit einem Re-clearance-Flugplan ist auch bei knappen Planungen immer genügend Kraftstoff an Bord. So kann eine unnütze Zwischenlandung oft sogar vermieden werden, erklärt Airline-Operations-Experte Matthias Baier.

Die Bezeichnung Operations (OPS) wird in der Luftfahrt für unterschiedliche Aufgaben verwendet. © AirTeamImages.com/airliners.de / JHribar/Montage: airliners.de

Manchmal ist es bei der Flugplanung nur ganz knapp nicht möglich, einen Flug wie geplant ohne Zwischenstopp durchzuführen. Das ist beispielsweise immer dann der Fall, wenn eine hohe Nutzlast befördert werden soll, aber die maximal zulässige Startmasse des Flugzeugs wegen der dafür erforderlichen Spritmenge leicht überschritten würde.

Um teure und zeitaufwendige Zwischenlandungen zu vermeiden, können dann sogenannte Re-clearance Verfahren zur Anwendung kommen. Dabei wird zwar im Vorfeld erst einmal mit einer Zwischenlandung geplant. Sofern sich der tatsächliche Treibstoffverbrauch im Flugverlauf dann später doch als geringer erweist, kann der Flug aber auch einfach bis zum eigentlichen Ziel weiterfliegen.

Für Flight-OPS und die Cockpitbesatzung bedeutet ein Flugplan mit Re-clearance Verfahren eine sehr genaue Prüfung der beteiligten Flugplätze hinsichtlich Wetter und anderen Besonderheiten. Auch der mindestens stündlich durchzuführenden Kraftstoffmengenüberprüfung kommt nun eine sehr große Bedeutung zu. Nur so kann schon frühzeitig festgestellt werden, ob der Kraftstoffverbrauch wirklich geringer als geplant ausfällt - und die Zwischenlandung tatsächlich entfallen kann.

© Matthias Baier

Über den Autor

Matthias Baier ist Verkehrsflugzeugführer sowie Lehrer bei der Schule für Touristik in Frankfurt. Auf airliners.de veröffentlicht der Airline-Operations-Experte Basiswissen-Tutorials, die auf seinem Fachbuch "Operations" basieren. Alle Tutorials "Basiswissen Airline Operations" lesen.

Für alle Fälle vorbereitet

Beim Re-clearance-Verfahren macht man sich dazu die prozentuale Abhängigkeit des Contingency Fuel vom Trip Fuel zunutze. Grundsätzlich dienen fünf Prozent des Kraftstoffbedarfs vom Abflug- zum Zielort (Trip Fuel) als Kraftstoff für unerwarteten Mehrverbrauch (Contingency Fuel). Dazu zählen zum Beispiel stärkerer Gegenwind als vorhergesagt oder die Nichtgewährung der optimalen Flughöhe aufgrund eines erhöhten Verkehrsaufkommens.

Ist dann an einem vorher festgelegten Streckenpunkt (Re-clearance-Point) noch eine ebenfalls vorher berechnete Treibstoffmenge vorhanden, kann trotz der ursprünglichen Überschreitung der maximal zulässigen Startmasse der Zielflughafen ohne Zwischenlandung angesteuert werden.

© AirTeamImages.com/airliners.de, JHribar/Montage: airliners.deLesen Sie auch: Treibstoffverbrauch hängt von der Masse, vom Wind und von der Temperatur ab Basiswissen Airline Operations (3)

Die genaue Vorgehensweise

Von: Matthias Baier für airliners.de Jetzt Gastautor werden

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