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Erster Quartalsgewinn für Lufthansa seit Corona, © dpa/Jörg Carstensen
Lufthansa-Vorstand Carsten Spohr © dpa / Jörg Carstensen

Die Lufthansa hat erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder schwarze Zahlen in einem Quartal geschrieben. Der Konzern verbuchte zwischen April und Juni einen Nettogewinn von 259 Millionen Euro, wie er am Donnerstag mitteilte.

Im Vorjahreszeitraum stand angesichts der Pandemie unterm Strich ein Minus von 756 Millionen Euro. Der Umsatz belief sich auf 8,5 Milliarden Euro - fast dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Angetrieben wurde das Ergebnis vor allem von der Logistiksparte. Allein Lufthansa Cargo erwirtschaftete im zweiten Quartal einen operativen Gewinn von fast einer halben Milliarde Euro.

"Die Nachfrage nach Frachtkapazitäten ist auch aufgrund anhaltender Störungen in der Seefracht noch immer hoch", erklärte der Konzern. Daher seien die Durchschnittserlöse in der Luftfrachtindustrie "weiter deutlich über dem Vorkrisenniveau".

Nun soll Lufthansa Cargo ihren operativen Rekordgewinn von knapp 1,5 Milliarden Euro von 2021 in diesem Jahr in etwa wiederholen. Im Passagiergeschäft erwartet Spohr im Gesamtjahr hingegen noch rote Zahlen

Konzernchef Carsten Spohr sprach insgesamt von einem "starken Ergebnis" nach einem herausfordernden Halbjahr für Fluggäste und Beschäftigte. Nun müsse der Flugbetrieb insgesamt weiter stabilisiert werden.

Swiss mit Gewinn im ersten Halbjahr

Die Zahl der Gäste an Bord der Passagier-Airlines hat sich im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als vervierfacht. Insgesamt begrüßten die Airlines der Lufthansa Group zwischen Januar und Juni 42 Millionen Reisende an Bord (Vorjahr: zehn Millionen). Allein im zweiten Quartal flogen 29 Millionen Passagiere mit den Airlines des Konzerns (Vorjahr: sieben Millionen).

Leitwerke von Flugzeugen der Swiss, © Swiss
Leitwerke von Flugzeugen der Swiss © Swiss

Die Gewinne aus dem Geschäft mit den Passagier-Airlines verbesserten sich Lufthansa zufolge im ersten Halbjahr auf einen Verlust von 1,2 Milliarden Euro. Im Vergleichszeitraum war es im Vorjahr och 2,6 Milliarden Euro Verlust gewesen. Auf das Halbjahr betrachtet blieben die einzelnen Airlines wie Lufthansa, Eurowings, Austrian und Brussels noch in den roten Zahlen.

Austrian Airlines erreichte im zweiten Quartal mit zwei Millionen Euro ein leicht positives Ergebnis, blieb im Halbjahr aber negativ. Noch besser lief es bei Swiss, die Schweizer erwirtschafteten im zweiten Quartal einen operativen Gewinn von 107 Millionen Euro. Seit Jahresanfang stehen hier 45 Millionen Euro operativer Gewinn in den Büchern.

Lufthansa Group erwartet Gewinn für Gesamtjahr

Nach der Rückkehr in die Gewinnzone im zweiten Quartal rechnet die Lufthansa jetzt auch für das Gesamtjahr im Tagesgeschäft mit schwarzen Zahlen. Der bereinigte operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) dürfte 2022 mehr als eine halbe Milliarde Euro erreichen.

Dazu soll vor allem eine weitere Erholung im Passagiergeschäft beitragen. Bisher hatte Vorstandschef Carsten Spohr nach den tiefroten Zahlen des zweiten Corona-Jahres 2021 nur eine Verbesserung des operativen Ergebnisses in Aussicht gestellt. Wegen der Streichung Tausender Flüge soll die Flugkapazität im laufenden Sommerquartal allerdings nur 80 statt 85 Prozent des Vorkrisen-Niveaus erreichen.

Im zweiten Halbjahr will das Unternehmen rund 5000 Menschen neu einstellen. Seit 2020 hatte der Konzern gleichwohl über 30.000 Jobs gestrichen.

Die gesamte Luftbranche und vor allem die Flughäfen kämpfen derzeit mit einem Personalmangel angesichts des nach der Pandemie rasch wieder hochgefahrenen Luftverkehrs. Die Zahl der Gäste an Bord der Airlines des Konzerns stieg im zweiten Quartal auf 29 Millionen nach sieben Millionen im Vorjahreszeitraum.

Das Abfertigungschaos hat die Konzern-Airlines im Frühjahr 158 Millionen Euro gekostet, um Ersatzflüge oder Hotels sowie Entschädigungen an die Passagiere zu bezahlen. Insgesamt sind dafür im laufenden Jahr zwischen 450 und 500 Millionen Euro eingeplant.

Allein der Verdi-Streik am vergangenen Mittwoch mit mehr als 1000 ausgefallenen Flügen koste etwa 35 Millionen Euro, sagte Finanzvorstand Remco Steenbergen. Angesichts steigender Durchschnittserlöse war das für den Konzern aber leichter zu verkraften. Pro Ticket nahm die Lufthansa im zweiten Quartal 24 Prozent mehr ein als ein Jahr zuvor, und auch im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 waren es noch zehn Prozent mehr.

Tarifverhandlung zwischen Lufthansa und Verdi geht weiter

Die Tarifverhandlungen für die rund 20.000 Beschäftigten des Lufthansa-Bodenpersonals gehen an diesem Donnerstag weiter. Das haben die Gewerkschaft Verdi und Lufthansa bestätigt. Am Morgen wurden zunächst die Zwischenergebnisse vom Vortag intern beraten, bevor sich die Delegationen wieder in einem Frankfurter Flughafenhotel treffen sollten. Inhaltlich wurden keine Details genannt.

Die dritte Verhandlungsrunde in dem Tarifkonflikt war von vornherein auf zwei Tage angesetzt. Ihr war am Mittwoch vergangener Woche ein flächendeckender Warnstreik vorausgegangen, der nahezu den kompletten Flugplan der Lufthansa lahmgelegt hatte. Für den Fall einer Nicht-Einigung hat Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle bereits mit weiteren Arbeitskampfmaßnahmen zur Hauptreisezeit gedroht.

Eine weitere Erhöhung um zwei Prozent zum Juli 2023 wollte der Konzern vom Gewinn abhängig machen. Diese Koppelung lehnt Verdi ab. Das Unternehmen hatte am Morgen erklärt, sich bereits im laufenden Jahr wieder einen operativen Gewinn von 500 Millionen zuzutrauen.

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