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Qatar zieht Verbrauchsvergleich zwischen A380 und A350

Drei neue A350-1000 hat Qatar Airways fortan in der Flotte. Deren Effizienz mache sich in der Krise bezahlt, erklärt CEO Al Baker. Die Airline hat den Verbrauch der A350 mit dem der A380 auf sechs Routen direkt verglichen.

Akbar Al Baker, CEO der Fluglinie Qatar Airways © dpa / Daniel Bockwoldt

Qatar Airways hat nach eigenen Angaben drei Airbus A350-1000 auf einen Schlag übernommen. Mit einer A350-Flotte von 52 Flugzeugen bleibt die Golf-Airline der größte Betreiber des Musters, knapp vor Singapore Airlines mit mittlerweile 48 Stück.

Die Airline stellte anlässlich der Auslieferung die Effizienz der A350 in Vordergrund. "Umweltbewusste Passagiere können mit der Gewissheit reisen, dass Qatar Airways die Passagier- als auch die Luftfrachtnachfrage ständig beurteilt, um auf jeder Strecke die effizientesten Flugzeuge einsetzen", so Qatar-CEO Akbar Al Baker.

Einen kleinen Seitenhieb auf die größten Konkurrenten in de Region konnte er sich dabei nicht verkneifen. Statt wie Emirates gezwungen zu sein, aufgrund begrenzter Flugzeugoptionen in der Corona-Krise übergroße Flugzeuge zu fliegen, verfüge Qatar Airways über eine Vielzahl von Optionen.

"A380 stößt über 80 Prozent mehr CO2 auf Langstrecken aus"

Neben großen A380, den A350 und Boeing 777-300ER betreibt Qatar auch über 40 Boeing 787 und A330. Man werde auch weiterhin "intelligenter" fliegen, indem A380-Flotte am Boden bleibe, da es weder wirtschaftlich noch ökologisch vertretbar sei, ein so großes Flugzeug auf dem derzeitigen Markt zu betreiben, so Al Baker.

In einem internen Umwelt-Vergleichstest seien die A380 und die A350 auf Strecken von Doha nach London, Guangzhou, Frankfurt, Paris, Melbourne, Sydney und New York gegeneinander angetreten. Bei einem typischen One-Way-Flug habe sich gezeigt, dass die A350-Flugzeuge im Vergleich zur A380 mindestens 16 Tonnen Kohlendioxid pro Blockstunde einsparten, stellt Qatar fest.

Die Analyse ergab, dass die A380 auf jeder dieser Strecken über 80 Prozent mehr CO2 pro Blockstunde ausstößt als die A350. Im Fall von Melbourne und New York emittierten die Superjumbos 95 Prozent mehr CO2, wobei die A350 rund 20 Tonnen CO2 pro Blockstunde einsparte.

Qatar gibt jedoch nicht an, ob der Vergleichstest für die A350-900 oder -1000-Variante gilt. Nach eigenen Angaben betreibt Qatar die -900 in der neuesten Ausstattung mit 339 Plätzen (Q-Suite), die -1000 mit 327 Sitzplätzen. In die A380 der Airline passen 517 Reisende.

Geht man für die A350 von 330 Plätzen aus, verbraucht eine A380 laut Qatar auf der Strecke Doha-Melbourne also 95 Prozent mehr Kerosin, transportiert jedoch nur gut 60 Prozent Passagiere mehr. Pro Sitzplatz ergibt sich damit grob im Vergleich ein um rund 19 Prozent reduzierter Verbrauch für die A350 auf den ultralangen Strecken. Andersrum ausgedrückt verbraucht die die A380 rund 24 Prozent mehr pro Sitz - jeweils bei voller Auslastung.

© AirTeamImages.com, Felix Gottwald Lesen Sie auch: Ufo: Lufthansa verlegt weitere A350 nach Frankfurt

Von: dk

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