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Qantas will A350-1000 für Projekt Sunrise

Eine Vorentscheidung ist getroffen - Der australische Flag Carrier Qantas arbeitet mit Airbus weiter an seinem Ultralangstreckenprojekt Sunrise. Dafür wurde nun der Airbus A350-1000 als "bevorzugtes Flugzeug" ausgewählt.

Visualisierung eines Airbus A350-1000 von Qantas © Airbus

Qantas hat Airbus als bevorzugten Flugzeuglieferanten für sein Projekt Sunrise ausgewählt. Wie die Airline mitteilt, sei der A350-1000 nach eingehender Bewertung ausgewählt worden. Von Boeing war die 777X ins Rennen geschickt worden, konnte sich beim australischen Flag Carrier allerdings nicht durchsetzen.

"Die A350 ist ein fantastisches Flugzeug und der Deal mit Airbus bietet uns die bestmögliche Kombination aus Geschäftsbedingungen, Kraftstoffeffizienz, Betriebskosten und Kundenerfahrung", sagte Qantas-Chef Alan Joyce zu der Entscheidung. Die Kombination aus Flugzeug- und Triebwerk biete die passenden Optionen, auch andere Langstrecken zu bedienen.

Derzeit sind von der Airline bis zu zwölf A350-1000 vorgesehen, um Ultralangstreckenflüge, beispielsweise von Sydney nach London, anzubieten. Airbus wird Qantas zufolge einen zusätzlichen Treibstofftank in den großen Zweistrahler einbauen und das maximale Startgewicht leicht erhöhen, damit die Maschine die für die geplanten Sunrise-Routen erforderliche Reichweite schafft. In ihrer Mitteilung hebt die Airline auch die Zuverlässigkeit der Rolls-Royce-Trent-Triebwerke hervor.

Qantas betont jedoch, dass noch kein Kaufvertrag geschlossen wurde, es handele sich um die Vorauswahl, um das weitere Verfahren mit Airbus zu durchlaufen. Auch sei die Umsetzung des Projektes Sunrise noch nicht final bestätigt. Gleichwohl unterstrich CEO Joyce, dass die Fluggesellschaft das Projekt Sunrise mehr denn je wolle, insbesondere nach dem Erfolg der jüngsten "Trockenlauf"-Forschungsflüge.

Behörden und Piloten müssen noch zustimmen

Die Australier haben sich mit Airbus auf eine Verlängerung der Frist für eine finale Entscheidung geeinigt. Die Bestätigung der Auslieferungsdaten müsse nun statt im Februar erst im März 2020 kommen. Diese Verschiebung biete mehr Zeit für Verhandlungen mit den Piloten, ohne den derzeit vorgesehenen Starttermin der Flüge im ersten Halbjahr 2023 zu beeinflussen, so CEO Joyce.

Die Verhandlungen mit der Pilotenvertretung AIPA würden fortgesetzt, um die letzte verbleibende Lücke im Business Case zu schließen. "Wir haben viel Arbeit in die Wirtschaftlichkeit gesteckt," sagte Joyce. Man biete den Piloten Beförderungen und bessere Bezahlung, fordere aber im Gegenzug eine gewisse Flexibilität, um die Betriebskosten zu senken. Beispielsweise will der Airline-Chef seine Piloten auf den beiden Airbus-Mustern A350 und A330 einsetzen.

Am 17. Dezember will Qantas einen letzten von drei Forschungsflügen des Projekts durchführen. Dabei geht es von New York nonstop nach Sydney. Zuvor war bereits ein Nonstop-Testflug mit 46 Passagieren von London nach Sydney durchgeführt worden. Die Boeing 787 brauchte für die knapp 18.000 Kilometer 19 Stunden und 19 Minuten.

© Qantas, Lesen Sie auch: Qantas testet Direktflug London-Sydney mit brandneuer 787

Qantas will aus den dann knapp 60 Stunden "Sunrise Flying" Schlüsse auf das Wohlbefinden der Besatzung ziehen, um bei den Behörden eine Erlaubnis für die Verlängerung der Dienstzeiten zu erwirken. Die australische Luftfahrtbehörde CASA sehe auf Grundlage bisheriger Erkenntnisse keine regulatorischen Hindernisse, so Qantas.

Für die bis zu 21 Stunden langen Flüge arbeiten die Australier nach eigenen Angaben außerdem an neuen Kabinen für First, Business, Premium Economy und Economy. Die Forschungsflüge hätten die Bedeutung von Dehnung- und Bewegungsraum insbesondere für Economy-Passagiere ergeben. Darüber hinaus könnten Passagiere durch Änderungen im Service besser an die Zeit am Zielort vorbereitet werden.

© Qantas, Lesen Sie auch: Die Wiederauferstehung der Ultra-Langstrecke steht und fällt mit dem Kerosinpreis Analyse

Von: hr

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