Politische Unterstützung für Luftfrachtbranche gefordert

Mehrere Verbände fordern Unterstützung für die Luftfrachtbranche in Deutschland. Die Corona-Krise dürfe den Standort Deutschland nicht gefährden. Lufthansa Cargo profitiert von der Entwicklung.

Die letzte jemals produzierte MD-11 mit der Registrierung D-ALCN. © AirTeamImages.com / Phillip Lewis

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hat zusammen mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und dem Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) in einem Branchentreffen die Bedeutung der Luftfracht für den Wirtschaftsstandort Deutschland betont und unterstützende Maßnahmen von der Politik gefordert, damit die Unternehmen die Krise möglich gut meistern.

Die Corona-Krise hat starke Auswirkungen auf die Luftfrachtbranche. Normalerweise werden mehr als 50 Prozent der Luftfracht als Beiladefracht in Passagiermaschinen transportiert. Da diese derzeit nicht vollumfänglich wegfallen, steigen die Preise für den Transport von Luftfracht deutlich. Derzeit fehlen noch rund 30 Prozent der früheren Kapazität am Weltmarkt.

So fordert der BDL, die "Digitalisierungs- und Innovationspotenziale" der Branche weiter voranzutreiben. Dazu gehört unter anderem eine zeitnahe Umstellung auf digitale Frachtdokumente und dem Datenaustausch mit den zuständigen Behörden. Zudem fordert der BDL keine weiteren Beschränkungen von Nachtflugoptionen oder uneinheitlichen Security-, Zoll- und Steuerverfahren. Diese würden den Luftverkehrsstandort Deutschland gegenüber den europäischen Nachbarn unattraktiv machen.

BDI fordert internationale Koordination

Der Industrie-Verband fordert von der Bundesregierung, diese müsse sich dringend für eine internationale Koordination in der Luftfrachtlogistik einsetzen. Da die unterschiedlichen länderspezifischen Verordnungen und Regelungen hinsichtlich Quarantäne- und Einreisebestimmungen den Betrieb deutlich erschweren würden.

Außerdem muss die Bundesregierung zeitnah die pauschale Reisewarnung für die 160 Länder außerhalb der EU lockern, um die schnelle Verfügbarkeit dringend benötigter Güter sowie den Export zu sichern. Erlassene Beschränkungen sollten in enger Abstimmung unter den Staaten aufgehoben werden.

Auch sei es längst überfällig das Projekt Single European Sky (SES), zur ökonomischen und ökologischen Effizienzsteigerung im europäischen Luftverkehr zu vollenden, so der Verband.

Die Krise habe gezeigt, dass Luftfracht systemrelevant sei, erklärte der Chef der DHL-Frachtairline European Air Transport Leipzig, Markus Otto. Sein Unternehmen habe die Kapazitäten in der Krise insbesondere nach Asien ausgebaut und über das Drehkreuz Halle-Leipzig zahlreiche Regionen versorgt.

Lufthansa Cargo profitiert der Situation

Lufthansa Cargo-Vertriebschefin Dorothea von Bocksberg rechnet für die kommenden Jahre mit einer anhaltend hohen Nachfrage für Transportmöglichkeiten in reinen Frachtern. Da nur mit einer langsamen Erholung zu rechnen sei, ergebe sich für die verbliebenen Transportangebote eine anhaltend hohe Nachfrage.

Von: br

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