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Cargo-Flugzeuge am Flughafen Leipzig/Halle © Mitteldeutschen Flughafen AG

Mehrere Parteien im Magdeburger Landtag haben mehr Lärmschutz für die Anwohnerinnen und Anwohner des Flughafens Leipzig/Halle gefordert. Die mitregierenden Sozialdemokraten unterstützten ausdrücklich die Festlegung einer Lärmobergrenze, sagte SPD-Politiker Falko Grube bei einer Debatte im Plenum.

Die Grünen-Fraktionschefin Cornelia Lüddemann verwies auf die Regelungen an anderen Flughäfen wie Frankfurt und München, wo etwa ein Lärmkontingent die Nachtflugbewegungen reduziert. Die Linke forderte hingegen ein kategorisches Nachtflugverbot.

Anlass für die Debatte sind Pläne, den Flughafen deutlich auszubauen. Dadurch könnte der Nachtflugverkehr um 41 Prozent steigen, rechnete Grünen-Politikerin Lüddemann vor. "Die Anwohnerinnen und Anwohner waren eher da als die Flughafenerweiterung, der Schutz der Bürgerinnen und Bürger hat hier Vorrang", ergänzte der SPD-Abgeordnete Grube. Der Flughafen schaffe viele Jobs, aber die Interessen müssten abgewogen werden.

Linke will Ausbau stoppen

Die oppositionelle Linke will den Ausbau stoppen und dringt auf besseren Lärmschutz. Bisher profitierten 23.000 Menschen rund um den Flughafen von Schallschutzfenstern, sagte Linken-Politikerin Kerstin Eisenreich. Zehn Mal so viele seien von starkem Lärm betroffen. Trotzdem sehe der neue Ausbauplan keine derartigen Maßnahmen vor.

Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) verwies darauf, dass für die Prüfung der Ausbaupläne allein Sachsen zuständig ist, auf dessen Boden der Flughafen liegt. Dort seien zahlreiche Einwände eingegangen und müssten geprüft werden. Der Flughafen Leipzig/Halle sei wichtig für die Entwicklung der Region.

Der Airport konnte 2020 nach eigenen Angaben seinen Frachtumschlag im Vergleich zum Vorjahr um 11,7 Prozent auf 1,4 Millionen Tonnen steigern und rechnet mit einem weiteren Wachstum. Auch in Sachsen gibt es Widerstand gegen eine Erweiterung des Flughafens. Mitte Februar übergab das «Aktionsbündnis gegen den Flughafenausbau» 7500 Unterschriften und fordert ebenfalls einen Stopp der Pläne.

Sachsen-Anhalt ist mit gut 18 Prozent an der Mitteldeutschen Flughafen AG beteiligt, zu der neben dem Flughafen Leipzig/Halle auch der Regionalflughafen in Dresden gehört. Haupteigner ist Sachsen.

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