Pöbelnde Katzenbesitzerin an Bord ist ein außergewöhnlicher Umstand

Eine Frau nimmt unbemerkt ihre Katze mit an Bord. Als das Tier entdeckt und weggesperrt wird, wehrt sie sich dermaßen, dass der Pilot zwischenlanden muss - es kommt zur Verspätung. Muss die Airline einen Ausgleich zahlen?

Ein Flugzeug im Landeanflug. © dpa / Paul Zinken

Zwischenfall über den Wolken: Eine Katzenbesitzerin wehrte sich dagegen, dass ihr zufällig entdecktes Tier während des Fluges in einen Waschraum gesperrt wurde. Sie schlug gegen die Tür, bedrohte eine Flugbegleiterin und drohte mit "Kontakten zur Mafia" und "terroristischen Absichten", wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell" berichtet. Der Pilot auf dem Weg von Las Vegas nach Frankfurt musste in Denver zwischenlanden. Die Maschine erreichte Deutschland mit mehr als 24 Stunden Verspätung.

Ein Passagier klagte wegen der langen Verzögerung gegen die Airline und verlangte eine Ausgleichszahlung nach EU-Recht. Vor dem Amtsgericht Frankfurt hatte er aber keinen Erfolg (Az.: 31 C 397/16 (17)). Dieses bewertete den Zwischenfall als außergewöhnlichen Umstand - und dann ist die Airline von der Zahlungspflicht befreit.

© dpa, Daniel Reinhardt Lesen Sie auch: Airline muss vollen Ticketpreis erstatten - auch wenn Tarif es nicht vorsieht

Man könne der Fluggesellschaft zwar vorwerfen, dass die pöbelnde Frau ihre Katze gar nicht erst mit an Bord hätte nehmen dürfen, so das Gericht. Doch der außergewöhnliche Umstand habe darin bestanden, dass die Frau den Anweisungen der Crew nicht gefolgt und sogar gewalttätig geworden sei.

Sicherheit an Bord gehe vor. Die Zwischenlandung sei daher nicht zu beanstanden, so das Gericht. Und die Verwahrung der Katze im Waschraum sei eine zumutbare Maßnahme gewesen.

Von: ch, dpa

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