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Streikgefahr bei Lufthansa Pilotengewerkschaft startet Urabstimmung

Die Vereinigung Cockpit hat am Freitag ihre Urabstimmung über Streiks bei der Lufthansa begonnen. 4.500 Piloten bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und der Tochter Germanwings sollen bis zum 17. Februar ihr Votum über einen Arbeitskampf abgeben.

Cockpit einer Boeing 747-400 der Lufthansa © AirTeamImages.com

Rund 4.500 Piloten der Deutschen Lufthansa stimmen seit Freitag in einer Urabstimmung über einen Streik ab. Bis zum 17. Februar sollen die Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings ihr Votum für eventuelle Arbeitskampfmaßnahmen abgeben, berichtete die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Freitag in Frankfurt am Main.

70 Prozent Zustimmung der VC-Mitglieder seien notwendig, damit es im Anschluss zu einem unbefristeten Arbeitskampf kommen kann.

Die im Mai 2009 begonnenen Tarifverhandlungen waren im Dezember für gescheitert erklärt worden. Dabei ging es nach VC-Angaben nicht in erster Linie um die Vergütung, sondern um die Sicherung von Arbeitsplätzen und die künftige Struktur des Konzerns. Hier habe Lufthansa sich allerdings nicht auf verbindliche und belastbare Zusagen eingelassen. Das Unternehmen sei zudem nicht bereit, der Gewerkschaft ein Gesamtkonzept für die Lufthansa der Zukunft vorzulegen, sagte ein Cockpit-Sprecher.

Lufthansa kritisierte das Vorgehen der Gewerkschaft und forderte sie zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. «Die Einleitung der Urabstimmung ist das falsche Signal zum falschen Zeitpunkt», sagte Sprecherin Claudia Lange. Die Piloten der Lufthansa hätten «ausgezeichnete Tarifbedingungen» und im Vergleich zu anderen Berufsgruppen große Arbeitsplatzsicherheit. Es sei daher nicht nachvollziehbar, dass gerade jetzt inmitten einer tiefen Krise der gesamten Luftfahrt die Vorbereitungen für einen Streik getroffen würden.

Lufthansa versucht derzeit mit einem Sparprogramm die Kosten massiv zu reduzieren. So sollen mit Hilfe des Programms «Climb 2011» die jährlichen Kosten im Passagiergeschäft bis Ende 2011 um eine Milliarde Euro reduziert werden. Die Gewerkschaft sieht sich vor neuen Herausforderungen, weil Lufthansa in den vergangenen Jahren mehrere ausländische Fluggesellschaften übernommen hatte und in Italien mit einer eigenen Tochter an den Start ging, deren Piloten nicht unter den Konzerntarifvertrag fallen sollen.

Von: dpa, ddp, airliners.de

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