Piloten drohen Billigflieger Ryanair mit Streik

07.12.2017 - 14:17 0 Kommentare

Es könnte ein Novum in der Geschichte des irischen Billigfliegers sein: Erstmals wollen Ryanair-Piloten in mehreren europäischen Ländern in den Streik treten. Der Low-Cost-Carrier reagiert laut eines Berichts erzürnt.

Pilot von Ryanair: Novum für Europas größten Billigflieger?Foto: © AirTeamImages.com, Jesus Moreno

Ryanair hat ihren Piloten offenbar "massive Konsequenzen" angedroht, sollten diese in der kommenden Woche streiken. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von einem Statement des Low-Cost-Carriers an deren Cockpitpersonal, in welchem die Iren mit Lohnkürzungen drohen. Ryanair teilte auf Anfrage lediglich mit, dass man regelmäßig Streikandrohungen erhalte und man diese ignoriere.

Die italienische Pilotengewerkschaft ANPAC hat für Freitag, 15. Dezember zu einem vierstündigen Streik aufgerufen. In der ANPAC sind rund 280 der insgesamt 4000 Ryanair-Piloten vertreten. Laut der Gewerkschaft sei jedoch noch nicht klar, wie viele Cockpit-Mitglieder die Arbeit niederlegen.

Auch in Portugal und Irland gibt es Gegenwind

ANPAC hatte in der Vergangenheit fünfmal zum Streik aufgerufen, was jedoch jedes Mal gerichtlich gestoppt wurde. Ryanair-Sprecher Robin Kiely gibt sich wohl daher auch gelassen: "Wir gehen davon aus, dass die jüngste Streikandrohung ebenfalls abgesagt wird."

Auch die portugiesische Gewerkschaft SPAC gab diese Woche bekannt, dass ihre Mitglieder ihr ein Mandat für Arbeitskampfmaßnahmen gegen Ryanair erteilt hätten. Medienberichten zufolge soll es in Irland ähnliche Bestrebungen geben.

Tarifkommission in Deutschland gegründet

Seit dem Chaos um die Dienst- und Urlaubspläne der Piloten verstärken Gewerkschaften ihren Kampf um Tarifverträge bei Ryanair. In Deutschland hat sich beispielsweise jüngst eine Tarifkommission von Ryanair-Piloten gebildet.

© dpa, Markus Scholz Lesen Sie auch: Ryanair droht Millionenstrafe in Italien

Bislang lehnt der Billigflieger kollektive Tarifverhandlungen strikt ab und erkennt auch keine Gewerkschaften an. Stattdessen werden die Arbeitsbedingungen des Personals an jeder Basis individuell vereinbart.

Von: cs
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

  • Eine Boeing 737-800 der Ryanair steht auf dem Vorfeld des Flughafens Frankfurt-Hahn. Pilotenrevolte führt bei Ryanair zum Umdenken

    Hintergrund Ryanair ist mit geringen Kosten, Extra-Gebühren und niedrigen Löhnen zu Europas größtem Billigflieger aufgestiegen. Doch die Branche ist im Wandel - und das geht auch an den Iren nicht spurlos vorbei.

    Vom 04.04.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus