airliners.de Logo

Freitag: Piloten von Ryanair streiken

Die irischen Piloten von Ryanair legen erneut die Arbeit nieder: Dutzende Flüge fallen am Freitag aus. Und der Billigflieger sieht sich schon mit den nächsten Arbeitskämpfen konzentriert - es geht um Cockpit und Kabine.

Streikende Ryanair-Piloten versammeln sich vor dem Flughafen in Dublin. © dpa / Brian Lawless/PA Wire

Ryanair ist mit dem zweiten Pilotenstreik in ihrer 25-jährigen Geschichte konfrontiert. Am Freitagmorgen legten die irischen Piloten des Billigfliegers erneut die Arbeit für 24 Stunden nieder. Die Gewerkschaft Ialpa hat bereits einen dritten Arbeitsausstand für kommende Woche terminiert.

Für Freitag hat Ryanair 24 Flüge gestrichen - 8,3 Prozent der an diesem Tag geplanten Verbindungen ab Irland. Nach Gewerkschaftsangaben konzentrieren sich die Streichungen erneut auf Routen zwischen Großbritannien und Irland. Am dritten Streiktag, dem kommenden Dienstag (24. Juli) kommen noch einmal 16 Flüge dazu.

Anstellungsmodell in der Kritik

Piloten in ganz Europa liegen mit dem Billigflieger aktuell im Clinch. Koordiniert vom Dachverband Eca fordern Sie nicht nur eine attraktivere Bezahlung, sondern vor allem "transparente und bessere" Arbeitsbedingungen, heißt es immer wieder.

Jetzt sind Sie gefragt

Denn im Cockpit von Ryanair ist nur etwa 30 Prozent des Personals festangestellt. Die restlichen Mitarbeiter müssen eine Ich-AG gründen und sind dann selbständig bei Ryanair beschäftigt - mit vollem eigenen Risiko.

"Wenn du krank bist, bekommst du kein Geld", beschreibt ein Pilot das Contractor-Modell. "Gleichzeitig kannst du aber auch viel verdienen - wenn du viel fliegst": So könnten Piloten von Ryanair ihre Urlaubs- und Off-Tage an das Unternehmen "verkaufen". Ryanair teilt auf Anfrage mit, dass dies "weniger als 50 Prozent" der Piloten betrifft.

Gehaltsabweichungen innerhalb der Länder

Gleichzeitig stößt das Gehaltsniveau den Piloten immer wieder übel auf. Nicht nur sähen die Gehaltsstrukturen des europaweit agierenden Low-Cost-Carriers in jedem Land anders aus. Auch gibt es selbst innerhalb der Länder noch einmal unterschiedliche Konditionen, heißt es: "Das ist von Basis zu Basis unterschiedlich - ohne erkennbaren Grund."

Das Unternehmen sei durchaus gewillt, Tarifverträge zu unterschreiben, berichten Teilnehmer von den Verhandlungen. Allerdings geht es dem Vernehmen nach dabei darum, den jetzigen Status-Quo festzuschreiben. Eine Gehaltserhöhung lehne das Ryanair-Management kategorisch ab. "Die verschiedenen Lohnniveaus führen dazu, dass Ryanair das Gehalt der günstigen Basis eines Landes für alle Beschäftigten festsetzen will."

Deutsche Piloten stimmen über unbefristeten Streik ab

Neben den irischen Piloten droht dem Billigflieger aktuell vor allem von deutscher Seite Ungemach: bis Ende des Monats entscheiden die Mitglieder der Vereinigung Cockpit (VC) ebenfalls über einen unbefristeten Streik.

Die Piloten hatten die offiziellen Tarifverhandlungen vor genau einem Monat abgebrochen. VC-Präsident Martin Locher begründete den Schritt im Interview mit airliners.de damals unter anderem damit, dass sich das Ryanair-Management in den Gesprächen "keinen Millimeter" bewege.

Streiks in der Kabine kommende Woche

Indes eskaliert auch der Tarifkonflikt mit den Ryanair-Flugbegleitern. Das Kabinenpersonal in Belgien, Portugal und Spanien ist für kommenden Mittwoch und Donnerstag (25. und 26. Juli) zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Die konzentrierten Arbeitskampfmaßnahmen in gleich drei Ländern werden das Unternehmen hart treffen, denn für beide Tage strich der Low-Cost-Carrier bereits rund 600 Verbindungen. 50.000 Kunden sind eigenen Angaben nach betroffen.

Von: cs

Lesen Sie jetzt

Lesen Sie mehr über

Fluggesellschaften Verkehr Management Wirtschaft Ryanair Personal Tarifvertrag Vereinigung Cockpit Ialpa