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Quarantänepflicht bei Einreise aus Risikogebiet kommt ab Oktober

Bund und Länder kündigen das Ende der kostenlosen Corona-Tests an. Stattdessen soll es eine Quarantänepflicht bei Einreise aus Risikogebieten geben, die erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test enden kann.

Die Einreise mit Easypass soll durchschnittlich 18 Sekunden dauern. © Flughafen Berlin Brandenburg GmbH / Günter Wicker

Bei einem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten haben sich Bundes- und Landesregierungen auf neue Einreisereglungen verständigt. Demnach ist unter anderem geplant, den verpflichtenden Test für Reiserückkehrer aus Risikogebieten zum 1. Oktober durch eine pauschale Quarantäneanordnung zu ersetzen. Die Quarantäne kann frühestens nach fünf Tagen durch Nachweis eines negativen Corona-Tests beendet werden.

Zudem soll geprüft werden, ob Reiserückkehrer aus Risikogebieten ihren Test selbst zahlen sollen. Der Bund fordert die Länder auf, die Quarantänepflichten vor Ort schärfer zu kontrollieren und bei Pflichtverstößen Bußgelder zu verhängen.

Die erst vor kurzem eingeführten, kostenlosen Corona-Tests für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten sollen zum Ende der Sommerferien mit dem 15. September wieder beendet werden.

Diskussionen um gesetzliche Verschärfung von Reisewarnungen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will dem Vernehmen nach aber an seinem Angebot für kostenlose Tests an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen festhalten, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Im Freistaat können sich damit auch weiterhin Rückkehrer aus Nicht-Risikogebieten auf das Corona-Virus testen lassen, ohne dafür bezahlen zu müssen.

© Flughafen Hannover , Lesen Sie auch: Hannovers Flughafenchef warnt vor Corona-Test-Aus Interview

Merkel und die Ministerpräsidenten diskutieren auch darüber, ob angesichts gestiegener Corona-Infektionszahlen schärfer als bisher vor Reisen in Risikogebiete gewarnt werden sollte. Die Kanzlerin hatte nach dpa-Informationen in der Runde eine entsprechende Gesetzesänderung vorgeschlagen. Demnach soll es bei einer Infektion nach solchen Reisen keine Zahlung des Lohnausfalls und keine Übernahme von Testkosten geben.

Merkel warnte davor, weiter in Risikogebiete zu reisen. "Wir haben heute festgelegt, und das ist neu, dass wir dazu aufrufen, dass, wo immer das möglich ist, auf Reisen in ausgewiesene Risikogebiete zu verzichten ist", so die Kanzlerin.

Matthias von Randow, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) kritisierte den Umbau der bestehenden Einreisereglungen, die keine pauschale Quaratänepflicht vorsehen, als "unverhältnismäßig". "Die geplante Verschärfung der Quarantänebestimmungen ab Oktober würde einen erneuten Lockdown des Reisegeschehens bedeuten." Die Politik sollte die in den vergangenen Monaten an den Flughäfen erfolgreich etablierte Testinfrastruktur aus- anstatt abbauen.

"Würden die Behörden nicht ganze Länder als Risikogebiete ausweisen, sondern gezielt nur die Regionen mit hohem Infektionsgeschehen, dann wäre die Testkapazität ausreichend, um die Reisenden aus Risikogebieten zu testen und die Quarantäne überflüssig zu machen", so von Randow.

Die Abschaffung der verpflichtenden Corona-Tests für Einreisende wurde zuvor auch damit begündet, dass diese die bundesweiten Laborkapazitäten zu stark beanspruchen würden.

© KEYSTONE/dpa, Ennio Leanza Lesen Sie auch: BDL hält Quarantäne statt Testpflicht für "bitteren Rückschritt"

Von: dk, dpa

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