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Mehr als 700 Millionen Euro Verlust: Pensionen und Streiks belasten Lufthansa

Die Lufthansa hat ein schweres Jahr hinter sich: 732 Millionen Euro Verlust hat die Airline im vergangenen Jahr eingeflogen. Das bekommen jetzt auch die Aktionäre zu spüren.

Logo der Lufthansa © dpa / Frederik von Erichsen

Nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2014 will die Lufthansa ihren Aktionären die Dividende streichen. Nach deutscher Rechnungslegung (HGB) flog Europas größter Luftverkehrskonzern im vergangenen Jahr 732 Millionen Euro Verlust ein, wie aus einer Pflichtmitteilung des Konzerns an die Börse hervorgeht. Ein Jahr zuvor standen 407 Millionen Euro Gewinn in den Büchern.

Nach internationalen Regeln blieb bei einem unveränderten Umsatz von 30 Milliarden Euro unter dem Strich ein Gewinn von 55 Millionen Euro (Vorjahr: 313 Millioinen). Der Gewinn pro Aktie sackte von 68 auf 12 Cent

Das operative Ergebnis verfehlte mit 954 Millionen Euro (2013: 699 Millionen) knapp die Prognose des Vorstands von einer Milliarde Euro. Dabei war aber noch nicht der Schaden durch die Pilotenstreiks im November und Dezember berücksichtigt, den die Lufthansa auf 62 Millionen Euro bezifferte. Die Prognose habe man damit nicht verfehlt. Insgesamt haben die seit April 2014 laufenden Streiks das Ergebnis um 232 Millionen Euro belastet.

Als weitere Gründe für die schwachen Zahlen nannte Lufthansa höhere Pensionslasten und Verluste aus Preissicherungsgeschäften für Kerosin, das sich in den vergangenen Monaten überraschend stark verbilligt hat. Der Vorstand des Dax-Konzerns beschloss, dem Aufsichtsrat einen Verzicht auf die Dividende vorzuschlagen, da die Ausschüttung nicht durch ein ausreichendes Ergebnis gedeckt wäre.

© dpa, Fredrik von Erichsen Lesen Sie auch: Lufthansa kassiert Prognose für 2015

Am Donnerstag hatte die Airline ihre Vorstellungen für die Neuausrichtung des Konzerns konkretisiert. Um konkurrenzfähig zu sein, sollen die Kosten sinken. Dazu gehören auch Einschnitte bei den Löhnen und Vorsorgeleistungen. Unter anderem will die Lufthansa die Altersversorgung der Piloten neu regeln. Dagegen wehrt sich die Pilotenvereinigung Cockpit vehement und streikte 2014 mehrfach. Zuletzt traten die Piloten der Lufthansa-Tochtergesellschaft Germanwings vergangene Woche zwei Tage lang in den Ausstand.

Von: AFP, dpa

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