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Passagierumfrage zeigt große Corona-Bedenken bei Flugreisenden

Eine neue Passagierumfrage der Iata zeigt deutliche Vorbehalte von Reisenden gegen das Fliegen während Corona. Deutsche zeigen sich zwar vergleichsweise wenig besorgt. Insgesamt aber sitzen die Bedenken der Kunden sehr tief.

Corona-Desinfektion einer Ryanair-Maschine. © Ryanair

Die Iata hat die Ergebnisse einer neuen Befragung zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Verhalten von Flugpassagieren veröffentlicht. Die Befragung wurde seit Februar bereits das dritte Mal durchgeführt und liefert so ein relativ klares Bild zur Entwicklung der Bedenken von Reisenden während Covid-19.

Den Auswertungen zufolge hat eine große Mehrheit der befragten Passagiere (83 Prozent) weiterhin Sorgen in Bezug auf die Corona-Sicherheit an Flughäfen und in Flugzeugen. Im Februar hatten "nur" 78 Prozent Bedenken geäußert, im April waren es sogar 90 Prozent. Befragt wurden weltweit rund 5000 Menschen, die seit 2019 regelmäßig geflogen waren.

Die größte Sorge der Passagiere ist demnach, im Flugzeug neben einem mit Corona infizierten Mitreisenden zu sitzen. 65 Prozent der Befragten äußern diese Bedenken. Direkt dahinter folgt die Sorge, sich in öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Weg zum Flughafen anzustecken (59 Prozent).

Die Sorge, sich in Schlangen an der Flughafen-Sicherheitskontrolle anzustellen wiegt mit 42 Prozent genauso schwer, wie die Angst vor der Benutzung von Flugzeugtoiletten. Das Atmen der Flugzeugluft wird dagegen nur von rund einem Drittel der Befragten als problematisch erachtet.

Als wirksamste Maßnahmen schätzen die Reisenden vor allem das Tragen von Atemmasken ein, gefolgt von Passagier-Screenings beim Einstieg sowie Social-Distancing-Maßnahmen an Bord.

© dpa, Aurelien Morissard/XinHua Lesen Sie auch: Frühe Corona-Lockerungen bedrohen Erholung im Luftverkehr Corona-Lage 07/2020

Viele Reisende wollen mit Fliegen noch warten

Sich auf der Reise anzustecken, ist und bleibt damit weiterhin die größte Sorge der Passagiere. Abschreckend wirken aber auch mögliche Corona-Probleme bei der Einreise am Zielort. Über 90 Prozent äußern Bedenken zu drohenden Quarantänemaßnahmen nach der Ankunft.

Die Sorgen und Bedenken tragen dazu bei, dass sich die meisten Flugreisenden derzeit nicht vorstellen können, zeitnah wieder zu fliegen. 36 Prozent wollen mindestens noch ein halbes Jahr warten, ehe sie wieder eine Flugreise erwägen. 14 Prozent geben sogar an, ein ganzes Jahr nicht mehr fliegen zu wollen. Fünf Prozent der Befragten planen sogar, nie wieder zu fliegen.

Damit haben sich die Bedenken der Passagiere seit der letzten Befragung im April sogar noch einmal leicht gesteigert:

Wann Reisende wieder fliegen wollen
Apr 20 Jun 20
sofort 14 12
in zwei Monaten 47 33
in sechs Monaten 28 36
in einem Jahr 8 14
gar nicht mehr 4 5

Iata-Befragungen im April sowie Juni 2020. Quelle: Iata

Aber auch langfristig gibt die Befragung der Iata kaum Hoffnung für die Branche. Viele Passagiere geben an, nach Corona weit weniger oft fliegen zu wollen. Rund ein Viertel der Befragten wird sehr wahrscheinlich auch nach der Pandemie weniger geschäftlich und touristisch fliegen. Dabei legt die Befragung nahe, dass Geschäftsreisen schneller wieder anziehen könnten als touristische Flüge.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings für die deutsche Branche: Die Befragten aus Deutschland gehören zu denjenigen Passagieren, die als Erstes wieder ins Flugzeug steigen würden. Während insgesamt nur zwölf Prozent der Reisenden sofort wieder fliegen wollen, liegt der Prozentsatz under den in Deutschland Befragten bei immerhin 16 Prozent.

Nur die Franzosen (19 Prozent) sind noch forscher, was Flugreisen angeht. Reisende aus Singapore und Japan zeigen sich mit sechs beziehungsweise fünf Prozent dagegen am wenigsten begeisterungsfähig für Flugreisen während Corona.

Von: dh

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