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Ein Reisender trägt einen Mundschutz an einem Flughafen. © dpa / Thibault Camus

Der Passagierrückgang in Folge der Coronakrise hat nun auch die kleineren Flughäfen in Deutschland erreicht.

Waren zunächst nur die großen Drehkreuze von Flugabsagen nach China, Südkorea und Japan betroffen, spüren inzwischen alle Flughäfen die sinkende Nachfrage. Ihr Flugangebot meist zu touristischen Zielen auf der Kurz- und Mittelstrecke werde von den Veranstaltern zusehends zusammengestrichen, so der Verband.

Auch Zubringerflüge zu den internationalen Drehkreuzen Frankfurt und München fallen weg. Mit einer weiteren Verschärfung sei wegen ausbleibender Buchungen zu rechnen.

Der Flughafenverband ADV berichtete am Montag von einem Rückgang der Fluggäste um 38 Prozent in der vergangenen Woche im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Ausfall ist damit mehr als doppelt so groß wie im April 2010 nach dem starken Asche-Ausbruch eines Vulkans in Island.

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"Für die Flughäfen ist das Virus eine Zäsur", erklärte ADV-Hauptgeschäftführer Ralph Beisel. Inzwischen seien auch Schließungen von einzelnen Standorten denkbar. Der Luftverkehr brauche eine koordinierte Unterstützung durch die deutsche und die europäischen Regierungen, damit die Branche überlebt und nach dem Ende der Krise ihren Betrieb fortsetzen kann.

Große Einbrüche auch an Großflughäfen

Am größten deutschen Airport in Frankfurt läuft der Betrieb deutlich eingeschränkt. Für Montag waren noch rund 1000 Starts und Landungen geplant, wie ein Sprecher des Betreibers Fraport berichtete. Das wären nur rund 400 weniger als im Normalbetrieb. Allerdings sind die Flugzeuge deutlich leerer als sonst, denn statt 170.000 Passagieren wie üblich werden aktuell nur rund 90.000 erwartet.

Am Flughafen München ging die Anzahl der Starts und Landungen in den ersten beiden Märzwochen um 16 Prozent zurück. Das Passagieraufkommen sank im gleichen Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent.

An den Flughäfen Schönefeld und Tegel sind die Passagierzahlen in den vergangenen drei Tagen im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des neuartigen Coronavirus um rund die Hälfte zurückgegangen. Durchgeführt wurden indes rund zwei Drittel der normalerweise abgefertigten Flüge, sagte Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup der Deutschen Presse-Agentur.

Die großen Fluggesellschaften hätten ihr Flugangebot deutlich zurückgefahren. Hainan Airlines, Turkish Airlines, El Al sowie eine Reihe weiterer kleinerer Anbieter hätten den Betrieb ganz eingestellt. Ausgesetzt wurden demnach auch die Verbindungen nach China, Singapur und in die USA.

An den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen führt die Corona-Krise zu massiven Auswirkungen. "Das Verkehrsaufkommen der aktuellen Woche bewegt sich unter 30 Prozent des Vorjahresniveaus", teilte der Düsseldorfer Airport am Montag mit. Das führe "zu einer noch nie dagewesenen Situation in der Branche und am Düsseldorfer Flughafen". Der größte Airport des bevölkerungsreichsten Bundeslandes denkt deshalb sogar darüber nach, einzelne Flugsteige ganz zu schließen.

"Wir spüren das deutlich", sagte auch eine Sprecherin der Flughafens Köln/Bonn. Allein durch die restriktiven Einreisebeschränkungen der Türkei würden täglich rund 20 Flüge ausfallen. Konkrete Zahlen könne man nicht nennen, da sich das Geschehen stündlich ändere, hieß es.

© andreas-scheuer.de, Lesen Sie auch: Politik diskutiert Einstellung des Flugverkehrs in Deutschland

Auf eine flächendeckende Schließung der Flughäfen verzichtet NRW zunächst. Die baden-württembergische Landesregierung will dagegen den Betrieb an allen Flughäfen des Bundeslandes wegen des Coronavirus einstellen, wie am Montag bekannt wurde.

Viele Airlines streichen zunehmend Flüge, Eurowings spricht von rund einem Viertel - Tendenz steigend. Allerdings bietet die Düsseldorfer Fluglinie stattdessen zusätzliche Sonderflüge, um Urlauber wieder nach Hause zu befördern - so etwa aus Palma de Mallorca.