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Flugzeuge der damaligen Air-Berlin-Tochter Belair 2016 in Zürich. © AirTeamImages.com / HAMFive

Die ehemalige Air-Berlin-Tochter Belair wird erst im Herbst wieder abheben. Dies sagte ein Sprecher des Schweizer Carriers zu airliners.de: "Belair plant jetzt, im Herbst 2018 den Flugbetrieb wieder aufzunehmen."

Eigentlich wollte der Carrier bereits im Sommer wieder abheben. Zu den Gründen, warum die Airline den Neustart nun verschieben musste, machte der Sprecher auch auf Rückfrage keine Angabe: "Über Details wird das Unternehmen zu gegebener Zeit informieren."

Schweizer Medienberichten zufolge hängen die Startschwierigkeiten mit finanziellen Problemen zusammen: Laut der "Sonntagszeitung" sei die Liquidität der Airline zu gering, um von Schweizer Luftfahrtamt BAZL eine Betriebsbewilligung erhalten zu können. In den kommenden zwei Wochen habe man aber einen weiteren Investor gefunden, zitiert der Bericht aus Unternehmenskreisen.

Verschiebung auf Herbst bereits spekuliert

Die jetzige Verschiebung wurde bereits Anfang Juni spekuliert. Damals soll es bei der Umsetzung eines Wet-Lease-Vertrags Probleme gegeben haben. Das Airline-Management wollte sich damals auf Anfrage unserer Redaktion nicht äußern.

Geplant war damals, im Sommer mit drei Maschinen für Condor zu fliegen - im Winter sollte ein weiterer Jet die Flotte komplementieren und die vier Maschinen dann auch unter eigener Flugnummer abheben.

Erster Verkauf scheiterte kurz nach der Air-Berlin-Insolvenz

Die ehemalige Air-Berlin-Tochter sollte eigentlich aufgelöst werden, wurde Mitte Januar dann aber doch für einen unbekannten Preis an die Düsseldorfer Beteiligungsgesellschaft SBC verkauft. Diese will den operativen Teil der Belair mit der In Avia Aviation Consultants GmbH zusammenbringen und dem Vernehmen nach im ACMI-Geschäft positionieren. Ursprünglich war ein Neustart bereits für Ende April geplant.

© dpa, Walter Bieri Lesen Sie auch: Swiss-Chef räumt Belair kaum Chancen ein

Belair flog komplett im Auftrag für Air Berlin. Ursprünglich sollte die Airline mit ihren fünf Maschinen komplett in der ehemaligen Touristiktochter Niki aufgehen; nach der Pleite der Air Berlin gab es erste Gespräche mit SBC. Diese wurden aus insolvenzrechtlichen Gründen aber schnell ohne Ergebnis beendet.

Belair ist eine Ferienfluggesellschaft mit langer Tradition. Die ehemalige Swissair-Tochter gibt es als "Balair" bereits seit den 1950er-Jahren. Nach dem Aus der Swissair gründete der Reiseveranstalter Hotelplan 2001 die Belair. 2009 übernahm Air Berlin das Ruder und verbannte den eigenen Markenauftritt ihrer Tochter. Fortan waren die Belair-Flugzeuge äußerlich nur an den Schweizer Fahnen am Heck von Air-Berlin-Flugzeugen zu unterscheiden.