Norwegian-Personalunternehmen melden Insolvenz an

Vier Personalunternehmen von Billigflieger Norwegian melden in Dänemark und Schweden Insolvenz an. Betroffen sind rund 4700 Beschäftige. Gleichzeitig plant die Airline gewagte Umschuldungspläne.

Boeing 737 von Norwegian mit CFM-Triebwerken. © AirTeamImages.com / Jorgen Syversen

Vier Tochtergesellschaften der norwegischen Fluggesellschaft Norwegian melden Insolvenz an. Dies sei am Montag beschlossen worden, teilte die Airline auf ihrer Internetseite mit. Es handelt sich demnach um Gesellschaften in Dänemark und Schweden, bei denen Piloten und Kabinenpersonal beschäftigt sind.

Konkret geht es um "Norwegian Pilot Services Sweden" und die drei dänischen Personalunternehmen "Norwegian Pilot Services Denmark", "Norwegian Cabin Services Denmark" und "Norwegian Air Resources Denmark".

Norwegian bedauert den Schritt

"Die Auswirkungen des Coronavirus auf die Luftfahrtindustrie sind beispiellos. Wir haben alles getan, um diese Entscheidung in letzter Konsequenz zu vermeiden", sagte Konzernchef Jacob Schram.

"Es ist herzzerreißend, dass unsere schwedischen und dänischen Tochtergesellschaften für Piloten und Kabinenpersonal nun gezwungen sind, Insolvenz anzumelden, und es tut mir wirklich leid, welche Konsequenzen dies für unsere Kollegen haben wird."

Betroffen seien 1571 Piloten und 3134 Kabinenmitarbeiter. Das norwegische Personal sei nicht von der Insolvenz berührt, weil der norwegische Staat die gehaltsbezogenen Kosten aufgrund des Virusausbruches übernehme. "Leider gibt es in Schweden oder Dänemark keine gleichwertige Deckung", hieß es vom Unternehmen.

© Flughafen Hamburg , Michael Penner Lesen Sie auch: Gewagte Umschuldung soll Norwegian retten

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die norwegische Billig-Airline gewagte Umschuldungspläne plant. So sollen finanzielle Verpflichtungen und Leasing-Schulden in Höhe von 4,3 Milliarden Dollar in Aktien umgewandelt werden. Zusätzlich soll das Eigenkapital über eine Platzierung von Norwegian-Aktien im Wert von rund 35 Millionen Euro erhöht werden. Beide Maßnahmen bedeuten eine massive Entwertung der bisherigen Anteile an der Airline.

Von: br, dpa-AFX

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