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Warum Norwegian mit Langstrecken-Low-Cost gescheitert ist

Mit über 30 nagelneuen Boeing 787 hat Norwegian billige Langstreckeflüge angeboten. Doch das Geschäftsmodell entpuppte sich schnell als Verlustbringer. Dabei sind Ferienflieger mit ähnlichen Konzepten durchaus erfolgreich.

Eine Boeing 787 von Norwegian. © AirTeamImages.com / Alvin Man

Norwegian gibt nach sieben Jahren ihre Langstreckenflüge endgültig auf. Seit 2013 bot die Airline mit zeitweise mehr als 30 Boeing 787 Low-Cost-Flüge von Europa nach Nord-Amerika und Südostasien an. Die wichtigsten Abflughäfen waren dabei London-Gatwick und Oslo. Im Spitzenjahr 2019 wurden auf rund 18.500 Flügen mehr als 42 Millionen Sitzplatzkilometer angeboten.

Doch spätestens die Corona-Krise hat das Unternehmen in eine schwere Krise gestürzt. Derzeit fliegt Norwegian mit noch sechs 737 innerhalb Norwegens. Quasi bankrott, wurde sie im Herbst vom Staat und ihren Anteilseignern vor dem völligen Verschwinden gerade so bewahrt. Ein Restrukturierungskonzept sieht nun mittelfristig den Aufbau einer Flotte mit 50 bis 70 Flugzeugen vor, die ausschließlich innerhalb Europas im Punkt-zu-Punkt-Verkehr verkehren sollen.

Die Aufgabe des Langstreckengeschäfts kommt dabei nicht überraschend, Geld hat Norwegian mit dem Projekt Billig-Langstrecke nie verdient. Dass das jemals gelingen könnte, war aus Experten-Sicht stets umstritten. Das Vorhaben galt von Beginn an als Wagnis.

Von: Dennis Kazooba

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