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Flugzeuge der Norwegian in Hamburg. © Flughafen Hamburg / Michael Penner

Die finanziell ums Überleben kämpfende Fluggesellschaft Norwegian will sich umgerechnet bis zu knapp 600 Millionen Euro an frischem Kapital besorgen und damit mehr als bisher vorgesehen. Die Kapitalerhöhung sei auf zwischen 4,5 und 6 Milliarden norwegische Kronen (445 bis 593 Millionen Euro) revidiert worden, teilte die Airline am Mittwoch mit.

"Wir wollen einen konservativen Ansatz in einer Zeit verfolgen, in der die Pandemie und Reisebeschränkungen weiter Unvorhersehbarkeit im Reisesektor erzeugen", erklärte Norwegian-Chef Jacob Schram. Diese Unsicherheit müsse bei der Planung berücksichtigt werden. Zuvor hatte es der Konzern auf rund 4,5 Milliarden Kronen an neuem Kapital abgesehen.

Norwegian kämpft seit längerem sowohl in Norwegen als auch in Irland, wo mehrere Firmentöchter registriert sind, gegen die drohende Insolvenz. Dies hängt zum einen mit einem massiven Schuldenstand, zum anderen auch mit zusätzlichen Problemen im Zuge der Corona-Krise zusammen. In beiden Ländern hat Norwegian Gläubigerschutz erhalten, Pläne zur Konzernumstrukturierung wurden dort zuletzt jeweils von Gerichten abgesegnet.

Mit einer Neuaufstellung will die Airline den Weg in die Zukunft schaffen. Künftig will sie keine Langstreckenflüge mehr anbieten und sich mit dann noch 51 Flugzeugen auf Kurzstrecken in Skandinavien und Europa konzentrieren. Die Schulden werden nach Konzernangaben stark reduziert, zudem sind Flugzeugbestellungen in einer Größenordnung von 85 Milliarden Kronen (8,4 Milliarden Euro) storniert worden.