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Ticketschalter der Lufthansa am Frankfurter Flughafen. © dpa / Frank Rumpenhorst

Es gibt gute Gründe, einen gebuchten Flug nicht anzutreten: ein unerwartetes Projekt bei der Arbeit, eine Erkrankung - im Leben kommt manchmal einfach etwas dazwischen. Wer dann seinen Flug storniert, bleibt oft auf den Kosten für das Ticket sitzen. Dabei müssen die Airlines zumindest Steuern und Gebühren erstatten - oft sogar 95 Prozent der gesamten Flugkosten. Doch die Fluggesellschaften wimmeln die Kunden ab und lassen es auf eine Klage ankommen. Warum das so ist:

Die Rechtslage:

Ein wegweisendes Urteil des Landgerichts Frankfurt von 2014 (Az.: 2-24 S 152/13) hat die Rechte von Fluggästen deutlich gestärkt. Demnach muss eine Airline bei einer Stornierung den vollen Flugpreis abzüglich einer Pauschale von fünf Prozent zurückzahlen, sofern sie nicht nachweist, ob und welche Erlöse sie durch den Wiederverkauf des Tickets erzielen konnte.

Die Praxis:

Trotz dieses Urteils kann der Fluggast bei einer Stornierung nicht auf die Rückerstattung des Flugpreises hoffen. Oft bekommt er nicht einmal Steuern und Gebühren zurück, die ihm auf jeden Fall zustehen, bemängeln Verbraucherschützer.

Doch das ist nicht alles: Viele Airlines bieten sogenannte Light-Tarife an, die günstiger sind als ein reguläres Ticket. Dafür ist die Stornierung gleich kategorisch ausgeschlossen - "non refundable", nicht erstattbar. So ist es zum Beispiel bei Lufthansa, Air Berlin und Condor.

Die Praxis der Fluggesellschaften steht hier offensichtlich in direktem Widerspruch zum Urteil des Landgerichts Frankfurt. Und so klagen immer wieder Kunden vor Gericht. Die Airlines lassen es meist auf den Rechtsstreit ankommen.

Die Positionen:

Verbraucherschützer: Sie berufen sich auf Paragraf 649 des Bürgerlichen Gesetzbuches, Werkvertragsrecht. Darin heißt es: Der Besteller kann bis zur Vollendung des Werkes jederzeit den Vertrag kündigen. "Die Luftbeförderung ist ein typischer Werkvertrag", sagt Sabine Fischer-Volk, Juristin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. Das heißt: Der Fluggast kann vor Reisebeginn kündigen. Die Airline muss dann abrechnen und darf vom gezahlten Flugpreis nur das abziehen und behalten, was sie aufgrund der Stornierung an Aufwendungen hatte.

Airlines: Sie berufen sich auf das AGB-Recht. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen schließen sie bei einer Stornierung die Erstattung von Kosten abgesehen von Steuern und Gebühren aus. Das Urteil des Landgerichts Frankfurt, wonach 95 Prozent aller Kosten erstattet werden müssen, sofern es keinen Nachweis über den Verbleib des Tickets gibt, erkennen viele Airlines nicht an.

So teilt etwa Air Berlin auf Anfrage mit: "Sofern die Tarifbedingungen der Fluggesellschaft dies abweichend regeln, ist die Fluggesellschaft ohne weiteres berechtigt, nicht-stornierbare Tarife anzubieten." Lufthansa argumentiert genauso. Das Argument: Der Kunde hat beim Ticketkauf doch die Wahl.

Der Konflikt:

Letztendlich dreht sich alles um die Frage, welche rechtliche Grundlage gilt. Legt man den BGB-Paragrafen zugrunde, muss die Fluggesellschaft nachweisen, was sie unternommen hat, um das stornierte Ticket weiterzuverkaufen. "Wenn die Klauseln in den AGB einer Airline dieser gesetzlichen Regelung widersprechen, sind sie unwirksam", sagt Verbraucherschützerin Fischer-Volk und betont: "Wenn eine Airline erklärt, ein Ticket sei nicht erstattungsfähig, dann ist das Unsinn und ungesetzlich." Die Airlines sehen das freilich anders.

Wer hat Recht?

Das wird derzeit noch im Einzelfall entschieden. Vor Gericht dreht sich viel um die Frage, ob und wie eine Airline das einzelne stornierte Ticket des Kunden weiterverkaufen konnte, berichtet der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. In der überwiegenden Anzahl der Fälle bekämen die Kläger Recht. Lufthansa-Sprecher Boris Ogursky widerspricht dem: "Das ist unzutreffend." Zum Urteil des Landgerichts Frankfurt will er sich auf Anfrage aber ebenso wenig äußern wie Air Berlin. Irgendwann könnte ein Fall vor dem Bundesgerichtshof landen - und dessen Urteil endgültig für rechtliche Klarheit sorgen.

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