airliners.de Logo

Neues Luftfahrtabkommen zwischen EU und China steht

Im Rahmen der EU-Luftfahrtstrategie verhandelt die Staatengemeinschaft neue Abkommen mit wichtigen Luftfahrtmärkten. Das mit China ist jetzt verbindlich und erlaubt EU-Airlines, aus jedem Mitgliedsland ins Reich der Mitte zu starten.

Eröffnung des Linienflugs Peking-Düsseldorf-Peking am 27.3.2011 © Flughafen Düsseldorf

Zwischen der Europäischen Union und China können in Zukunft mehr Flugverbindungen angeboten werden. Auf entsprechende Abmachungen einigten sich beide Seiten, wie die EU-Kommission am Montag in Brüssel mitteilte.

Künftig können demnach sämtliche europäischen Fluggesellschaften Flüge aus den jeweiligen EU-Staaten anbieten, die bereits bilaterale Abmachungen mit China haben. Bislang konnten auf dieser Grundlage lediglich die Airlines, die im Besitz dieser Staaten beziehungsweise ihrer Staatsangehörigen sind, Flüge in das Riesenreich anbieten.

Die Regelung für EU-Airlines greift nur, wenn die bilateralen Abkommen zusätzliche Flüge noch zulassen. In Deutschland gibt es aktuell eine Deckelung nach Frequenzen und alle Frequenzen werden genutzt. Für chinesische Airlines gibt es im Gegenzug keine neuen Möglichkeiten.

Behörden sollen enger zusammenarbeiten

Dafür beinhaltet das Paket auch ein bilaterales Abkommen über die Sicherheit der Zivilluftfahrt (BASA), das ebenfalls heute zwischen China und der EU verbindlich beschlossen wurde, soll den Handel mit Flugzeugen und verwandten Produkten zwischen den beiden bedeutenden Wirtschaftsräumen erleichtern. So sollen beispielsweise unnötige Doppelarbeiten bei der Zertifizierung von Bauteilen entfallen und die Ziviluftfahrtbehörden generell stärker zusammenarbeiten.

Die Brüsseler Behörde rechnet damit, dass in den ersten acht Jahren des Abkommens wirtschaftliche Vorteile von insgesamt 3,5 Milliarden Euro für beide Seiten herausspringen sowie 11.000 Jobs entstehen.

Die Zahl der Flugpassagiere zwischen China und der EU hat sich zwischen 2008 und 2017 bereits auf 10 Millionen Reisende pro Jahr verdoppelt.

© airliners.de, Gunnar Kruse Lesen Sie auch: EU-Abkommen: Fortschritte nur bei einigen Ländern

"Wir sind beide gegenseitig daran interessiert, Europa und Asien besser zu verbinden und es einfacher zu machen, Güter, Dienstleistungen und Menschen zwischen Europa und China zu bewegen", sagte EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc zu dem Abkommen. Zuletzt hatte die EU-Kommission ein Luftverkehrsabkommen mit Katar abgeschlossen.

Von: dk mit dpa

Lesen Sie jetzt

Strukturelle Probleme behindern Luftverkehr zwischen Europa und China

Hintergrund Unterschiedliche Regulierungen der zivilen Luftfahrt erweisen sich einer EU-Studie zufolge im Wettbewerb mit China als Nachteil für europäische Fluggesellschaften. Allerdings wurde in Europa bislang verpasst, die Luftverkehrspolitik zu harmonisieren. In Deutschland stehen neue Verhandlungen an.

Lesen Sie mehr über

Rahmenbedingungen Recht Fluggesellschaften Verkehr EU Wirtschaft Behörden, Organisationen Verkehrszahlen China