Neuer BER-Chef Mühlenfeld «nicht entspannt, aber optimistisch»

Auch nach der Wahl eines neuen BER-Chefs rumort es am krisengeplagten Hauptstadtflughafen. Der Mehdorn-Nachfolger stößt selbst im Aufsichtsrat auf Kritiker, sein Amtsbeginn ist zudem noch offen. Mühlenfeld selbst zeigt sich derweil optimistisch.

Brandenburgs Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider (r) verkündet am 20.02.2015 die Ernennung von Karsten Mühlenfeld zum neuen BER-Chef. © dpa / Bernd Settnik

Am neuen Hauptstadtflughafen kehrt auch nach der Wahl von Karsten Mühlenfeld zum neuen BER-Chef keine Ruhe ein. Bei seiner Wahl am Freitag im 15-köpfigen Aufsichtsrat gab es neben den zwei Gegenstimmen des Bundes auch zwei Enthaltungen, wie die «B.Z.» berichtete.

Enthalten hatte sich laut «Tagesspiegel» etwa Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) - Mühlenfelds Auftritt habe ihn nicht überzeugt, hieß es. BER-Gesellschafter sind der Bund sowie Brandenburg und Berlin.

Mühlenfeld gab sich gelassen: «Ich bin mir sicher, dass ich auch mit dem Bund eine tragfähige Zusammenarbeit haben werde», sagte er dem Blatt. In der «Berliner Zeitung» betonte er, er glaube nicht, dass sich die Stimmen gegen ihn persönlich richteten.

Zu den anstehenden Herausforderungen bemerkte Mühlenfeld: «Man muss ein dickes Fell haben.» Er sei «nicht entspannt, aber optimistisch». Einen Flughafen zu bauen, sei ein komplexes Unterfangen. «Dass es Schwierigkeiten gibt, ist normal.»

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Terminplan erneut in Frage gestellt

Der BER wird seit 2006 gebaut. Seit der zunächst für Juni 2012 geplanten Eröffnung wurde der Start wegen massiver Planungs- und Baumängel mehrfach verschoben. Vor allem die Brandschutzanlage des Hauptterminals scheiterte an behördlichen Auflagen. Im zweiten Halbjahr 2017 soll der Flughafen nun endgültig eröffnet werden.

Unterdessen gerät der Terminplan für den BER erneut in die Kritik. Laut «Bild am Sonntag» schrieben die für den Brandschutz zuständigen Firmen Imtech und Cavernion in einem Brief an die Flughafengesellschaft: «Aufgeführte Termine erscheinen teilweise nicht realistisch.» Ein Flughafensprecher sagte, er wisse nichts von einem solchen Brief.

Amtsbeginn noch offen

Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft hatte Mühlenfeld am Freitag zum Nachfolger des scheidenden Geschäftsführers Hartmut Mehdorn berufen. Der 51-Jährige Manager soll das milliardenschwere Großprojekt zu Ende führen. Wann genau er den scheidenden Flughafenchef Hartmut Mehdorn ablöst, steht noch nicht fest. Der 72-Jährige will spätestens Ende Juni aufhören.

Noch steht der ehemalige Rolls-Royce-Manager beim Flugzeug- und Zughersteller Bombardier unter Vertrag. «Wir werden uns in den nächsten Tagen mit Karsten Mühlenfeld zusammensetzen und eine für alle tragfähige Lösung finden», kündigte Bombardier-Sprecher Immo von Fallois am Montag an. Mühlenfelds Wunsch sei es, im März eine Freigabe zu erhalten.

Von: dpa, AFP

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