airliners.de Logo

Neue Stationen zur Fluglärmmessung in Rheinhessen

Im Streit um die bevorstehende Änderung der Flugrouten am Frankfurter Flughafen nimmt Rheinland-Pfalz zwei Messstationen in Betrieb, die die Fluglärmentwicklung dokumentieren sollen. Die Deutsche Flugsicherung bekräftigte indes noch einmal ihre Planungen für die Flugrouten.

Flugzeug in fahlem Sonnenlicht © dpa

Im Streit um drohenden Fluglärm durch die Erweiterung des Frankfurter Flughafens hat das Land Rheinland-Pfalz am Donnerstag eine von zwei Messstationen in Betrieb genommen. Das Gerät an dem Standort Mainz-Weisenau soll die Lärmbelastung sowohl der Starts als auch der Landungen am Frankfurter Flughafen erfassen, teilte das Umweltministerium am Donnerstag mit.

Ziel sei es, Vergleichsdaten für den Zeitraum vor und nach der im Oktober geplanten Öffnung der neuen Nordwestlandebahn zu erhalten.

Laut Umweltministerin Margit Conrad (SPD) soll im rheinhessischen Nackenheim in Kürze eine weitere Station aufgestellt werden. «Wir werden die Messberichte veröffentlichen und auch die Messreihen den Bürgerinitiativen und offiziellen Stellen zur Verfügung stellen», kündigte Conrad an.

Bei der Messung sei es wichtig, dass der Fluglärm sicher von anderen Lärmereignissen unterschieden werden könne, fügte die Ministerin hinzu. Nur so seien die Ergebnisse auch vor Gericht verwendbar.

Die Änderung der Flugrouten wegen der Erweiterung des Airports hatte in den vergangenen Wochen immer wieder zu heftigen Diskussionen geführt. Durch die neuen Flugrouten fürchtet Rheinland-Pfalz eine höhere Lärmbelastung, vor allem Rheinhessen rund um Mainz wird nach Ansicht der Landesregierung «in unglaublichem Maß» belastet. Das Land bereitet sich deshalb bereits auf eine Klage vor.

DFS: Keine Alternative zu Frankfurter Südumfliegung

Im Zuge des Frankfurter Flughafenausbaus führt nach Überzeugung der Deutschen Flugsicherung (DFS) aber kein Weg an der umstrittenen südlichen Abflugroute vorbei. Der Flugverkehr müsse «sicher, geordnet und flüssig» ablaufen, sagte DFS-Sprecher Axel Raab am Freitag am Frankfurter Flughafen. Bei den Routen müsse berücksichtigt werden, dass die Piloten im Notfall bei der Landung durchstarten können. Eine von Rheinland-Pfalz favorisierte Abflugstrecke habe außer Acht gelassen, dass diese Option den landenden Maschinen durch den Industriepark Höchst versperrt wäre, sagte der Sprecher.

Die neue Abflugroute für die Südumfliegung werde allerdings einen etwas weiteren Bogen um Mainz herum machen, erklärte Raab. Auf Wunsch der Fluglärmkommission sei die Strecke noch einmal leicht verändert worden. Der Vorschlag sei jetzt beim Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung zur Genehmigung eingereicht worden.

Die Abflugroute soll ab der Inbetriebnahme der neuen Nordwestlandebahn am 20. Oktober von startenden Maschinen Richtung Norden und Westen genutzt werden.

Derzeit gibt es auf dem Frankfurter Flughafen im Durchschnitt 83 Starts und Landungen pro Stunde. Mit der neuen Landebahn soll diese Zahl langfristig auf 120 erhöht werden, ein Plus von rund 50 Prozent. Mehr Flugverkehr bedeute unweigerlich auch mehr Lärm, sagte Raab. Sicherlich dürfe die Lärmbelastung für keine Region unzumutbar werden, doch es sei nirgendwo festgeschrieben, was als unzumutbar definiert ist. Fest stehe: «Es gibt mehr Lärm dort, wo bisher wenig Lärm war», sagte Raab.

Mit Blick auf die Kritik aus Rheinland-Pfalz fügte Raab hinzu: «Ich verstehe jeden, der sich über eine höhere Lärmbelastung empört.» Doch die Pläne inklusive der Südumfliegung seien seit über acht Jahren bekannt und es sei kein Wort darüber gefallen. Erst jetzt - «kurz vor Torschluss» - entstehe so eine Aufregung. Das habe vielleicht auch mit dem Wahlkampf zu tun, mutmaßte der DFS-Sprecher.

 

Von: dapd, airliners.de

Lesen Sie jetzt

Lesen Sie mehr über

Rahmenbedingungen Flughäfen Frankfurt Flugsicherung