Nationale Luftraumstrategie soll den Stau am Himmel lösen

DFS, deutsche Airlines und Lufthansa wollen endlich Bewegung in die verkrusteten Strukturen beim Thema Luftraummanagement bringen. Eine gemeinsame nationale Strategie soll das System effizienter und stabiler machen.

Stars und Landungen bei Nacht am Flughafen Stuttgart © Flughafen Stuttgart

Im Rahmen der Iata-Konferenz "Wings of Change" in Berlin haben die Deutsche Flugsicherung (DFS), der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) und die Lufthansa heute eine gemeinsame nationale Luftraumstrategie für Deutschland angekündigt. Kernstück der Strategie soll eine Verbesserung des Luftraummanagements sein. Laut gemeinsamer Erklärung ist die Vision der Initiatoren ein nationales Luftverkehrsmanagement-System, das integraler Bestandteil des europäischen Luftraumnetzwerks ist.

Die Nationale Luftraumstrategie umfasse die "ganzheitliche Optimierung von Lufträumen und ihrer Struktur, die Nutzung modernerer Flug- und Flugsicherungsverfahren, einschließlich der dafür notwendigen Technologien", heißt es in der Mitteilung. Die Strategie solle auf eine systempartnerschaftliche Zusammenarbeit ausgerichtet sein und über eine gewöhnliche Lieferanten-Kunden-Beziehung hinausgehen. Verschiedene Luftraumnutzer und weitere Interessensgruppen sollten gezielt einbezogen werden.

Einbindung der Stakeholder

DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle verwies denn auch auf die Notwendigkeit der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Luftraumnutzern und Flugsicherung. Nur durch enge und gleichberechtigte Kooperation aller Systempartner könnten die gewünschten Nachhaltigkeits- und Effizienzgewinne erreicht werden, so Scheuerle.

Für Lufthansa-Chef Carsten Spohr steht bei der nationalen Luftraumstrategie die Überwindung von Kapazitätsengpässen im Vordergrund. Dies sei auch ein Beitrag zum Klimaschutz: "Ein modernes Luftverkehrsmanagement unter Einsatz neuester Technologie würde viele betriebliche Einschränkungen überflüssig machen. Unsere Flugzeuge können wir dadurch deutlich effizienter einsetzen und klimaschonender fliegen", sagte der oberste Lufthanseat und schob gleich noch eine Forderung hinterher: Der heutigen Ankündigung müssten konkrete Maßnahmen folgen.

© dpa, Ingo Wagner Lesen Sie auch: Flugsicherung: Kaum Fortschritte beim Single European Sky Aviation Management

Um Effizienzgewinne und höhere Stabilität des Systems gewährleisten zu können, ist eine Vereinheitlichung des zerklüfteten europäischen Luftraums schon seit Jahren ein Thema für die Branche. Unter dem Schlagwort "Single European Sky" sind die Bemühungen dafür bekannt, politisch hat sich jedoch bislang wenig bewegt.

Daher nannte BDF-Geschäftsführer Michael Engel auch die Gewährleistung von Kapazitäten und Stabilität sowie die Integration in gesamteuropäische Strukturen als ein weiteres Ziel: "Die Strategie schafft eine fehlende Verbindung zur Initiative für einen einheitlichen europäischen Luftraum (SES) und ist hierzu komplementär", so Engel. Auch Filip Cornelis, Head of Unit for Aviation Policy bei der Europäischen Kommission, sprach sie für einheitliche europäische Lösungen aus: "Wir müssen den Single European Sky vorantreiben." Das sei ein wichtiger Baustein, Emissionen zu verringern.

Von: hr

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