Schwache Quartalszahlen: Lufthansa sagt weiteres Eurowings-Wachstum ab

Im für Fluggesellschaften traditionell schwierigen ersten Quartal haben nach Lufthansa-Angaben steigende Treibstoffkosten und Überkapazitäten das Konzernergebnis belastet. Vor allem bei Eurowings tritt man nun auf die Bremse.

Eurowings Airbus A330-200. © Lufthansa

Die Lufthansa streicht die Wachstumspläne ihrer Billigtochter Eurowings weiter zusammen. Im laufenden Jahr werde das Flugangebot von Eurowings auf dem Niveau des Vorjahres verharren, teilte der Dax-Konzern am Dienstag in Frankfurt bei der Vorlage der Quartalszahlen mit. Zuletzt hatte der Vorstand noch eine Steigerung um zwei Prozent im Auge gehabt.

Die eingedampften Pläne sollen helfen, einen stabilen Flugbetrieb zu gewährleisten. 2018 hatte Eurowings wegen der Engpässe bei den Fluglotsen und eigener Probleme im Zuge der Air-Berlin-Übernahme mit vielen Verspätungen und Flugausfällen zu kämpfen gehabt.

Auch im ersten Quartal 2019 lief es nicht wirklich rund für Eurowings. Das Finanzergebnis vor Steuern sank auf Minus 256 Millionen Euro, noch einmal ein deutlicher Rückgang nach einem Fehlbetrag von 212 Millionen Euro im ersten Quartal 2018.

Treibstoffkosten belasten

Unterdessen drückt auch der gestiegene Ölpreis bei Europas größter Airline-Gruppe stärker auf den Gewinn als gedacht. Die Treibstoffkosten dürften in diesem Jahr auf 6,8 Milliarden Euro klettern, schätzt der Lufthansa Vorstand.

Zudem hätten "Überkapazitäten, insbesondere auf Kurz- und Mittelstrecken innerhalb Europas" das Quartalsergebnis "deutlich belastet", teilte die Lufthansa Group mit. So flog der Lufthansa-Konzern insgesamt auch wegen gesunkener Ticketpreise tief in die roten Zahlen. Der Nettoverlust stieg von 39 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 342 Millionen Euro. Eckdaten hatte der Konzern schon Mitte April vorgelegt.

In den kommenden drei Monaten sollen die Ticketpreise aber wieder anziehen. Für das Gesamtjahr erwartet das Management daher weiterhin, dass der Umsatz des Konzerns um vier bis sechs Prozent steigt. Von jedem eingenommenen Euro sollen 6,5 bis 8,0 Prozent als operativer Gewinn beim Unternehmen hängenbleiben.

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Von den Netzwerk-Airlines der Lufthansa Group konnte nur die Swiss im ersten Quartal ein positives Ergebnis vor Steuern (EBIT) erwirtschaften. Aber auch dort ist der Gewinn gefallen: Von 93 Millionen Euro im ersten Quartal 2018 auf 40 Millionen Euro für die ersten drei Monate 2019. Die Lufthansa Passage kam auf ein Ergebnis von Minus 101 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 111 Millionen im ersten Quartal 2018. Bei Austrian Airlines sank das Ergebnis von Minus 73 Millionen 2018 auf Minus 99 Millionen im ersten Quartal 2019.

Verkauf von LSG Sky Chefs und Modernisierung der Flotte beschlossen

Ebenfalls ins erste Quartal fielen einige Richtungsentscheidungen im Konzern. So macht der Kranich mit dem Verkauf der Bordverpflegungs-Sparte LSG Sky Chefs Ernst. Der Vorstand habe beschlossen, einen formalisierten Verkaufsprozess für die Tochter vorzubereiten. Ob es letztlich zu einer Trennung komme, sei derzeit allerdings noch offen.

Dabei kann sich die Konzernführung um Lufthansa-Chef Carsten Spohr einen Verkauf der Tochter als Ganzes oder in Teilen vorstellen. Im ersten Quartal verdoppelten die LSG Sky Chefs ihren operativen Gewinn im Jahresvergleich von einer Million auf zwei Millionen Euro. Das Unternehmen versorgt nicht nur die Passagiere auf Lufthansa-Flügen, sondern auch bei vielen anderen Fluggesellschaften.

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Bereits im März hatte der Lufthansa-Aufsichtsrat zudem dem Kauf von 40 Großraumflugzeugen zugestimmt. 20 Boeing 787-9 und 20 weitere Airbus A350-900 sollen in den Langstreckenflotten der Lufthansa Group insbesondere viermotorige Flugzeuge ersetzen und dadurch die Betriebskosten senken.

Die Auslieferung der neuen Flugzeuge sei zwischen Ende 2022 und 2027 vorgesehen. Darüber hinaus sollen sechs der 14 Airbus A380 an Airbus veräußert werden und die Flotte in den Jahren 2022 und 2023 verlassen, wie der Konzern bei Vorlage der Quartalszahlen noch einmal bestätigte.

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Von: dk mit dpa, afp

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