Nach Imtech-Insolvenz: Arbeiten am BER sind gesichert

Gute Nachrichten für den BER: Zwei Monate nach der Anmeldung der Insolvenz ist für den auf der Baustelle tätigen Imtech-Konzern eine Lösung gefunden. Das bedeutet: die Arbeiten am Berliner Flughafen gehen weiter.

Bauhelm am BER © dpa / Patrick Pleul

Die Entscheidung über die Zukunft des insolventen Bautechnik-Konzerns Imtech ist gefallen: Eine Tochtergesellschaft der Gustav Zech Stiftung aus Bremen werde den Geschäftsbetrieb übernehmen, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt jetzt mit. Für den Bau des Berliner Flughafens BER seien keine weiteren Verzögerungen zu erwarten, hieß es weiter.

Der Bauausrüster ist am neuen Hauptstadtflughafen für wichtige Elektro-, Sanitär- und Lüftungsarbeiten zuständig. Nach der Insolvenz am 6. August erschien ein Teil der Belegschaft nicht mehr auf der Baustelle. Das führte zu Verzögerungen und neuen Terminsorgen, was den Eröffnungstermin 2017 angeht. Doch dann machte die Firma doch auf der Baustelle weiter.

Verkauf wird im November durchgezogen

Die rund 500 Baustellen, auf denen Imtech arbeitet, würden ab der Eröffnung des Insolvenzverfahrens von dem Investor weitergeführt, hieß es. Das gelte auch für mehr als 4000 Wartungs- und Serviceaufträge.

Der Imtech-Verkauf soll nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang November vollzogen werden. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Zech habe von zuletzt fünf ernsthaften Interessenten das ganzheitlichste und wirtschaftlich lukrativste Angebot abgegeben und werde den Großteil der Arbeitnehmer übernehmen, hieß es.

© dpa, Michael Kappeler Lesen Sie auch: BER war laut Flughafenchef auf Imtech-Insolvenz vorbereitet

Zusammen mit mehreren bereits verkauften Tochtergesellschaften und Geschäftsbereichen blieben 3000 von zuletzt 3600 Arbeitsplätzen erhalten. Rund 400 Beschäftigte hatten den Konzern zuvor bereits freiwillig verlassen. Unter dem Strich beschäftigen die Imtech-Gesellschaften damit nach der Insolvenz rund 1000 Arbeitnehmer weniger als zuvor.

Es laufen Ermittlungen wegen Korruption

Imtech war durch Missmanagement schon 2012 in Turbulenzen geraten und wird mit überhöhten Forderungen, unerlaubten Absprachen, undurchsichtigen Transaktionen sowie Korruption am BER in Verbindung gebracht. Verschiedene Staatsanwaltschaften ermitteln gegen Imtech. Auch die niederländische Muttergesellschaft Royal Imtech ist insolvent und teilweise bereits verkauft.

Von: ch, dpa

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