Münchner Startbahngegner übergeben Petition an Landtag

Münchner Flughafengegner haben dem Bayerischen Landtag eine Petition übergeben und einen entgültigen Ausbaustopp gefordert. Derweil zieht sich das Gerichtsverfahren um den Planfeststellungsbeschluss weiter hin.

Gegner der am Flughafen München geplanten dritten Piste haben auf ein Plakat der Befürworter das Wort "NEIN" geschrieben. © dpa / Stephan Jansen
Die dritte Piste in München (Illustration) © Flughafen München
Die dritte Piste in München (Illustration) © Flughafen München

Das Aktionsbündnis «AufgeMUCkt» hat dem Landtag nach eigenen Angaben rund 80.000 Unterschriften gegen die dritte Startbahn am Münchner Flughafen übergeben.

In der Petition fordert die Initiative die Politiker auf, die Pläne für die Erweiterung des Airports entgültig aufzugeben. Helga Stieglmeier vom Aktionsbündnis begründete den Protest am Mittwoch damit, dass die Starts und Landungen am Flughafen seit Jahren stagnierten. «Das belegt, dass es keinen Bedarf für eine dritte Bahn gibt.»

Tatsächlich erreichte der Flughafen im ersten Halbjahr erneut einen neuen Rekordwert bei den Passagierzahlen, wobei die Anzahl der Starts und Landungen insgesamt abnahm.

Wichtig sind bei der Maximalkapazität eines Runway-Systems allerdings die Stitzenstunden. Auch Stunden an Tag kann München nach eigenen Aussagen derzeit bereits heute keine weiteren Slots anbieten. Die vier Kilometer lange Runway würde auf dem zweitgrößten deutschen Airport stündlich bis zu 30 weitere Flugbewegungen ermöglichen. 120 wären es dann auf alle drei Startbahnen verteilt. Die Regierung von Oberbayern hatte im Sommer 2011 grünes Licht für den Bau der dritten Piste in München gegeben.

Gerichtsverfahren zieht sich hin

Die Unterschriften wurden Erwin Huber (CSU), dem Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses, und dem Grünen-Abgeordneten Christian Magerl übergeben, der den Umweltausschusses im Landtag leitet. Huber verwies nach «AufgeMUCkt»-Angaben auf den laufenden Prozess gegen das Projekt. Dort würden alle Einwände geprüft.

Gegen die Startbahn klagen mehrere Kommunen, der Bund Naturschutz in Bayern (BN) und Anwohner. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof prüft derzeit die Rechtmäßigkeit des Projektes. Derzeit sind Verhandlungstage bis in den November hinein angesetzt, so dass der Flughafen zum Jahreswechsel mit einem Urteil zur Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbeschluss fallen könnte. Ursprünglich war das Gericht von einem schnelleren Verfahrensverlauf ausgegangen und wollte bereits zum Sommer ein Urtreil fällen.

Das Nein der Münchner Bevölkerung zur dritten Bahn hat übrigens keinen Einfluss auf den Prozess. Der Bürgerentscheid betrifft lediglich das Abstimmungsverhalten der Landeshauptstadt in der Flughafengesellschaft, die dort mit 23 Prozent beteiligt ist, aber ein Vetorecht besitzt. Der Flughafen gehört mit 51 Prozent mehrheitlich dem Freistaat Bayern, der nach wie vor am Ausbau festhät. Der Bund ist mit 26 Prozent an der Flughafengesellschaft FMG beteiligt.

Von: airliners.de, dpa

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