Müller will BER-Aufsichtsrat intensiv kontrollieren

Der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller ist neuer Chef des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg. Damit ist er auch für die Kontrolle der BER-Baustelle zuständig.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) auf dem Weg zur Aufsichtsratssitzung © dpa / Soeren Stache
Rainer Bretschneider, Flughafenkoordinator in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg © dpa / Soeren Stache
Engelbert Lütke Daldrup © dpa / Soeren Stache

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) als deren neuer Aufsichtsratschef intensiv kontrollieren. "Berlin wird immer sehr gut vorbereitet in die Aufsichtsratssitzungen gehen", kündigte Baustaatssekretär Engelbert Lütke-Daldrup am Freitag an. Er koordiniert Beamte aus mehreren Senatsverwaltungen, die Müller zuarbeiten. Der Aufsichtsrat wählte den Regierungschef einstimmig zu seinem Vorsitzenden.

Das Kontrollgremium wollte auch den Jahresabschluss der staatlichen FBB verabschieden. Außerdem beraten die 15 Aufsichtsräte einen Zwischenbericht, in dem Flughafenchef Karsten Mühlenfeld erklärt, wie der zu klein geratene neue Hauptstadtflughafen BER nach der Fertigstellung erweitert werden könnte.

Kritik an der Personalie

Vorab war auf Kritik gestoßen, dass nach dem langjährigem Vorsitzenden - Müllers Amtsvorgänger Klaus Wowereit (SPD) - wieder ein Spitzenpolitiker Chefkontrolleur des BER wird. Der brandenburgische Landesrechnungshof wies mehrfach darauf hin, dass Regierungschefs für solche Zusatzposten eigentlich keine Zeit hätten.

Der zwischenzeitlich amtierende Vorsitzende, Brandenburgs Flughafen-Koordinator Rainer Bretschneider (SPD), erwiderte am Freitag: "Wir werden einen guten Vorsitzenden bekommen." Der Aufsichtsrat habe gute Fachleute und sei gut zusammen gesetzt.

Wowereit-Nachfolger hatte zunächst andere Pläne

Müller war als Wowereit-Nachfolger des früheren Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) in den Aufsichtsrat eingezogen. Müller hatte zunächst erklärt, er werde sich aus dem Gremium zurückziehen und stattdessen in eine neue Gesellschafterversammlung gehen. Ende April kam dann die Wende: Müller kündigte an, doch Aufsichtsratsvorsitzender werden zu wollen.

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Der Bund, Brandenburg und Berlin sind Eigentümer der Flughafengesellschaft. Alle drei wählen zusammen mit Arbeitnehmervertretern den Aufsichtsratsvorsitzenden. Der BER befindet sich seit 2006 im Bau, die geplante Eröffnung scheiterte bislang an Bau- und Planungsmängeln. Gleichzeitig erhöhten sich die Kosten deutlich.

Von: airliners.de, dpa

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