MTU steigt in den Dax auf

MTU Aero Engines hat den Sprung in die erste deutsche Börsen-Liga geschafft. Nach einem Höhenflug der Aktie löst der Münchner Konzern im Dax jetzt den Traditionskonzern Thyssenkrupp ab.

Mitarbeiter der MTU Aero Engines sind in München an einem A400M-Triebwerk TP400-D6 beschäftigt © MTU

Deutschlands Börsen-Leitindex Dax bekommt ein neues Mitglied. Der Münchner Triebwerksbauer MTU Aero Engines löst den Stahl-und Industriegüterkonzern Thyssenkrupp in der Topliga der 30 wertvollsten Börsenunternehmen ab, wie die Deutsche Börse am Mittwochabend in Frankfurt mitteilte. Vollzogen wird der Wechsel von Thyssenkrupp zu MTU zum 23. September.

Dax-Aufsteiger MTU hatte in den vergangenen Jahren einen Rekordlauf hingelegt. Das Münchner Unternehmen mit gut 10.000 Mitarbeitern und 4,6 Milliarden Euro Jahresumsatz profitiert vom Wachstum der Luftfahrt. Da immer mehr Menschen weltweit fliegen, sind Triebwerke gefragt. Übertroffene Jahresziele und brummende Geschäfte haben die Aktie binnen eines Jahres um 32 Prozent hoch getrieben. Über zehn Jahre steht ein sagenhaftes Plus von 750 Prozent.

MTU baut Triebwerke nicht nur, sondern wartet sie auch: Bei der Instandhaltung und Reparatur des V2500 etwa, dem Antrieb der Airbus-A320-Familie, ist MTU nach eigenen Angaben weltweit führend. Auch im Militärgeschäft ist MTU eine Branchengröße, so als Partner bei der Wartung für fast alle Luftfahrtantriebe der Bundeswehr. In Erding bei München arbeiten Bundeswehr- und MTU-Beschäftigte Hand in Hand. Zudem baut der Konzern Triebwerk-Module für den Eurofighter.

Nun soll es für MTU weiter aufwärts gehen: Nach einem starken ersten Halbjahr hat Chef Reiner Winkler die Prognose erhöht - auch weil es im Wartungsgeschäft in China gut läuft. Der Börse hat das gefallen.

Thyssenkrupp steckt in der Krise

Thyssenkrupp steckt dagegen seit langem in der Krise. Die Finanzdecke ist dünn - auch eine Folge von milliardenschweren Fehlinvestitionen in Stahlwerke in Brasilien und den USA. Die als Befreiungsschlag geplante Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata wurde von der EU untersagt. Vorstandschef Kerkhoff sagte daraufhin auch die Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige Unternehmen ab.

© dpa, Peter Steffen Lesen Sie auch: MTU rechnet 2019 mit höherem Gewinn

Der Abstieg aus der Topliga der Börsenwerte ist für den mehr als 200 Jahre alten Industrieriesen aus dem Ruhrgebiet ein Prestigeverlust. "Dass uns der Abstieg aus dem Dax enttäuscht, steht außer Frage. Als Gründungsmitglied wären wir dem Leitindex gern erhalten geblieben", kommentierte Thyssenkrupp-Vorstandschef Guido Kerkhoff das Ausscheiden. "Man muss aber auch ehrlich sein: Unsere Performance war zu schwach, daher ist der Gang in den MDax die logische Konsequenz."

Von: dpa

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