MTU will wegen Corona-Krise über 1000 Jobs streichen

Der Triebwerksbauer MTU will wegen der Corona-Krise nun doch zahlreiche Stellen streichen. Bis Ende 2021 sollen 10 bis 15 Prozent der Jobs weltweit wegfallen, teilte der Dax-Konzern mit.

Zwei Techniker der MTU arbeiten an einem Flugtriebwerk. © dpa / Peter Steffen

Der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines hat wegen der Coronavirus-Pandemie die Streichung von mehr als Tausend Stellen angekündigt. Bis Ende 2021 werde an den deutschen und internationalen Standorten beim Personal "eine Kapazitätsreduzierung von insgesamt rund zehn bis 15 Prozent angestrebt", teilte das Unternehmen am Montag in München mit. Ende 2019 hatte MTU Aero Engines laut Geschäftsbericht insgesamt 10.660 Mitarbeiter.

Als Grund für den Stellenabbau gab der Triebwerksspezialist, der im vergangenen September den angeschlagenen Industriekonzern Thyssenkrupp im Deutschen Aktienindex (Dax) abgelöst hatte, die Folgen der Corona-Krise für die Luftfahrtindustrie an. Die Branche werde "noch über längere Zeit unter Druck bleiben", erklärte Unternehmenschef Reiner Winkler. "Es wird Jahre dauern, bis der Luftverkehr - und damit die Grundlage unserer Aktivitäten im Serien- und Instandhaltungsgeschäft - wieder das Niveau der Vorkrisen-Jahre erreichen wird."

© dpa, Peter Steffen Lesen Sie auch: MTU erwartet deutlichen Nachfrageeinbruch

Zu den Stellenstreichungen fügte er hinzu, dass MTU Aero Engines "kein Interesse an betriebsbedingten Kündigungen oder Sozialplänen" habe. "Auch während und nach der Krise wollen wir eine möglichst große Zahl unserer hochqualifizierten Kolleginnen und Kollegen an Bord behalten", erklärte Winkler. Der Schwerpunkt soll auf individuellen Vereinbarungen etwa zu Altersteilzeit oder Vorruhestandsregelungen liegen. Außerdem gibt es einen weitgehenden Einstellungsstopp und freiwerdende Stellen werden nicht neu besetzt.

Von: dk, dpa, afp

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