GE9X-Verschleißsorgen bringen neue Verzögerungen bei Boeing 777X

Die GE9X-Triebwerke der Boeing 777X brauchen ein neues Kompressorteil, und zwar noch vor Beginn der eigentlich für diese Woche geplanten ersten Flugtests. Eine Auslieferung an Lufthansa im Jahr 2020 wird damit immer unwahrscheinlicher.

Ein GE9X-Triebwerk ist am Flügel einer Boeing 747-400 für Testflüge angebracht. © GE Aviation

Triebwerksprobleme bei GE Aviation ziehen die Zeit bis zum Erstflug der Boeing 777X weiter in die Länge. Nach Informationen des Magazins "Flight Global" werden die Triebwerke vom Typ GE9X wegen einer notwendigen Designänderung an der Kompressorstufe nicht vor Herbst zertifiziert werden können.

Wegen zu hohem Verschleiß an einem Stator müsse dieser durch ein robusteres, neu entworfenes Teil ersetzt werden, sagte GE-Aviation-Chef David Joyce laut "Flight Global" auf der Paris Air Show in Le Bourget.

Damit werden sich wohl Erstflug und Indienststellung verschieben, denn Experten gehen davon aus, dass die Testflüge mindestens ein Jahr dauern werden. Diese könnten aber nun erst Ende 2019 beginnen, schreibt das "Wall Street Journal".

Bevor die Boeing 777X erstmals abheben könne, müssten die neu designten Bauteile für das Triebwerk zertifiziert werden. Boeing wolle sicherstellen, dass alles in Ordnung sei, wird Boeing-Commercial-Airplanes-Chef Kevin MacAllister bei "Flight Global" zitiert. Man sei zu der Situation in sehr engem Kontakt mit GE Aviation.

Kommt Verzögerung der Lufthansa entgegen?

Die Lufthansa, die als eine der ersten Airlines Flugzeuge des neuen Typs erhalten soll, äußerte sich auf airliners.de-Anfrage nicht zu ihren Zeitplänen für die Indienstellung. Antworten zum Zertifizierungsstand und zum Zeitplan könnten nur vom Hersteller kommen. Die Frage nach einem Lieferverzug bezeichnete ein Sprecher als hypothetisch. Man beantworte solche Fragen grundsätzlich nicht.

© dpa, Daniel Bockwoldt Lesen Sie auch: Lufthansa rechnet mit weniger Gewinn

Aus Branchenkreisen im Boeing-Umfeld hieß es derweil, Lufthansa habe es ohnehin nicht allzu eilig mit der ersten Auslieferung der 777X. Die Einflottung eines neuen Flugzeugtyps sei ein kosten- und arbeitsintensiver Prozess. Lufthansa sei deshalb insgeheim nicht unglücklich über eine gewisse Verzögerung. Lufthansa hatte aktuell eine Gewinnwarnung herausgegeben.

Von: hr

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