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Junge Malaysier gedenken der Opfer des Flugzeugabsturzes. © dpa / EPA/Azhar Rahim

Fast ein Jahr nach dem Abschuss der Passagiermaschine MH17 über der Ostukraine haben die Ermittler in den Niederlanden einen vorläufigen Abschlussbericht vorgelegt. Dieser wurde jetzt den akkreditierten Repräsenten der an der Untersuchung beteiligten Staaten übermittelt, teilte das Dutch Safety Board mit. Die Ergebnisse würden mehr Fragen aufwerfen als es Antworten gebe, kritisierte die russische Luftverkehrsbehörde Rosawiazija in Moskau. Bei dem Abschuss des malaysischen Flugzeuges am 17. Juli 2014 starben alle 298 Insassen. Weil die meisten Opfer Niederländer waren, werden die Untersuchungen in dem EU-Land geführt.

"Unsere Spezialisten haben eine ganze Reihe an erheblichen Einwänden", sagte der stellvertretende Behördenleiter Oleg Stortschewoj nach Angaben der Agentur Interfax. Er äußerte die Hoffnung, dass die russischen Kommentare und Ergänzungen in der endgültigen Fassung berücksichtigt und offene Fragen beantwortet würden. Zugleich kritisierte er, dass Russland nur 30 Tage Zeit habe für eine Reaktion - und nicht wie sonst international üblich 60 Tage. Diese 60-Tage-Frist wird allerdings in der Mitteilung des Dutch Safety Boards genannt. Die niederländische Untersuchungsbehörde geht davon aus, den endgültigen Abschlussbericht im Oktober vorlegen zu können. Seit September vergangenen Jahres gibt es einen vorläufigen Bericht.

Zuletzt hatte Kremlchef Wladimir Putin erklärt, dass er einen Bericht zur MH17 auf seinem Tisch habe. Demnach wurde das Flugzeug am Cockpit von einer Rakete des bodengestützten Luftabwehrsystems Buk über dem Kriegsgebiet Donbass abgeschossen. Nach russischen Angaben stand das Buk-System auf dem von ukrainischen Streitkräften kontrollierten Gebiet. Der erste offizielle Untersuchungsbericht war zu dem Schluss gekommen, dass zahlreiche Objekte die Maschine durchlöcherten und diese danach noch in der Luft zerbarst.

© dpa, ITAR-TASS/ Zurab Dzhavakhadze Lesen Sie auch: Das tragische Ende von Flug MH17

Die Schuldigen für den mutmaßlichen Abschuss der Boeing 777 der Malaysia Airlines über der Ostukraine sollen auf Wunsch der Niederlande, Malaysias und drei anderer Länder vor ein UN-Tribunal gestellt werden.