Modernisiertes Pier 3a in Berlin-Schönefeld wiedereröffnet

Nach zehn Monaten Modernisierungsarbeiten nimmt die Berliner Flughafengesellschaft FBB das Pier 3a in Schönefeld wieder in Betrieb. Der Airport verspricht mehr Sitzplätze und einen besseren Komfort für Passagiere.

Modernisierte Pier 3a am Flughafen Berlin-Schönefeld © Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (Screenshot Twitter)

Am Berliner Flughafen Schönefeld wurde heute nach umfassendem Umbau für 6,5 Millionen Euro das Pier 3a wieder in Betrieb genommen, teilt die Betreibergesellschaft FBB mit. Das Pier ist ein Gebäudeteil des Terminal A und war 2004 für Billigflieger errichtet worden. Das zweigeschossige Gebäude hat 4.000 Quadratmeter Nutzfläche und brauchte wegen geänderten Nutzungsanforderungen den Umbau.

In der bisherigen Anordnung seien die Abflug-Warteräume zu klein gewesen. Durch die Neuordnung von Schengen- und Non-Schengen-Verkehren könnten die operativen Abläufe nun verbessert werden.

Im Pier 3a waren bisher die einzelnen Gates baulich getrennt. Durch diese baulichen Gegebenheiten war die Abfertigung und die Passkontrollen teilweise fragmentiert. Außerdem hat der Schönefelder Airport so wenig Platz für wartende Passagiere, dass Fluggäste in Stoßzeiten oftmals auf dem Boden der Gänge sitzen mussten. Nach dem Umbau stehen nun nach Flughafen-Angaben gut 1100 Sitzplätze zur Verfügung. Damit sollen künftige alle Passagiere einen Sitzplatz haben können.

Unten Schengen, oben Non-Schengen

Laut FBB verfügt das Erdgeschoss nun über einen offenen Wartebereich mit fünf Gates und zwei gastronomischen Angeboten für abfliegende und ankommende Passagiere aus dem Schengenraum. Mehr als 400 zusätzliche Sitzplätze, Lademöglichkeiten für mobile Endgeräte und eine Komplettsanierung der WCs sollen die Aufenthaltsqualität für die Fluggäste verbessern.

Im Obergeschoss sei ebenfalls ein offener Wartebereich mit vier Gates und einer gastronomischen Einrichtung für abfliegende Non-Schengen-Passagiere entstanden. Bevor die Passagiere den Wartebereich betreten würden, durchliefen sie nun die zentralisierte Grenzkontrolle der Bundespolizei. Die Ankunft aus dem Non-Schengen-Bereich erfolge künftig über die vorhandenen zentralen Ankunftsbereiche in den Terminals A und D.

Zeitersparnis bei der Passkontrolle durch die Bundespolizei soll jetzt das automatisierte System Easypass bringen: Dabei können Fluggäste aus der EU die Kontrolle am Schalter umgehen. Stattdessen liest ein Scanner ihren Ausweis ein, eine Kamera überprüft, ob das Gesicht des Passagiers mit dem Passfoto übereinstimmt.

Schönefeld wird auch in Zukunft gebraucht

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup sagte, dass die Terminals in Schönefeld wegen der Passagierzahlen auch in Zukunft gebraucht würden. Das BER-Hauptterminal wird nach Berechnungen der Betreiber rund 25 Millionen Fluggäste pro Jahr fassen. Terminal 2 ist für weitere 6 Millionen Passagiere konzipiert. Das alte Schönefelder Terminal soll in Betrieb bleiben für etwa 8 Millionen Fluggäste.

"Die jetzt abgeschlossene Modernisierung des Pier 3a ist eine von zahlreichen kleinen und größeren baulichen Maßnahmen, mit denen wir in Schönefeld die Servicequalität für die Passagiere erhöhen", so der Flughafenchef.

Das Schlimmste am alten Pier 3a sei gewesen, dass sich häufig Gruppen von Passagieren in den Gängen im Weg gestanden hätten. "Das war eine extrem unangenehme Situation für unsere Gäste," sagte Lütke Daldrup. Pier 3a sei nun jedoch ein großer, zusammenhängender Bereich, Staus im Gang seien nicht mehr zu erwarten. "Wir haben hier ein stückweit eine neue Welt geschaffen, natürlich in einer alten Flughafenstruktur."

Und das sei durchaus als nicht als kurzfristige Investition zu verstehen. "Das Pier 3a ist ein Symbol dafür, dass wir uns in Schönefeld darauf vorbereiten, hier noch zehn Jahre Flugverkehr zu betreiben", sagte Lütke Daldrup. Deshalb sind auch im Terminal B noch eine Reihe von Modernisierungen geplant.

Dazu zählen mehrstufige Reisegepäckkontrollanlagen (MRKA), die es auch im neuen BER-Hauptstadtflughafen geben wird und die eine dreidimensionale Darstellung der Kofferinhalte von aufgegebenem Gepäck ermöglichen. "Die Kontrolle wird deutlich verbessert in der Sicherheit und der Geschwindigkeit", sagte Lütke Daldrup. Manche ärgerliche Erfahrung von Fluggästen könnte damit fast der Vergangenheit angehören: "Das wird die manuelle Kofferöffnung um etwa 90 Prozent vermindern."

Von: hr mit Material von dpa

Lesen Sie jetzt
Themen
Berlin Berlin-Schönefeld Infrastruktur Verkehr Flughäfen