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Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). © dpa / Wolfgang Kumm

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Bayerns und Niedersachens Ministerpräsidenten richten sich wegen der Zukunft der Airbus-Tochter Premium Aerotec in einem Appell an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Weil und Söder sorgen sich insbesondere um die Zukunft der beiden Standorte in Augsburg und Varel (Friesland), wie aus dem der dpa vorliegenden Schreiben hervorgeht. Zunächst hatten am Mittwoch die "Augsburger Allgemeine" und die "Nordwest-Zeitung" über den Brief berichtet.

Die in Augsburg sitzende Airbus-Tochter hat außer Varel noch vier weitere Niederlassungen und insgesamt etwa 8000 Mitarbeiter. Das Unternehmen liefert Bauteile für verschiedene Airbus-Modelle im zivilen und militärischen Bereich. Der Konzern will Premium Aerotec aber aufspalten.

Die beiden Standorte Augsburg und Varel sollten dann verkauft werden, schreiben die Ministerpräsidenten. Die bisher bekannten Kaufinteressenten brächten weder eine ausreichende Auslastung noch hinreichend finanzielle Mittel für Investitionen in den Werken mit. Daher sei zu befürchten, dass die beiden Betriebe in Bayern und Niedersachsen "schon in wenigen Jahren nicht mehr mit Wettbewerbern in Niedriglohnländern konkurrieren können".

Söder und Weil weisen darauf hin, dass die Konzernmutter den französischen Zulieferer Stelia im Unterschied zu der deutschen Tochter in den Konzern integrieren wolle. Der Bund sei daher als größter Airbus-Anteilseigner zusammen mit Frankreich in der Pflicht, auf Airbus einzuwirken, "eine Ausgliederung und einen Verkauf der Teilefertigung zu überdenken".

SPD-Fraktionen fordern: Airbus muss Umbaupläne überdenken

Auch die Sozialdemokraten in Hamburg, Bremen und Niedersachsen haben den Flugzeugbauer Airbus aufgefordert, die Umbaupläne in der Fertigung "dringend zu überdenken". Es könne nicht sein, dass Airbus mit staatlichen Beteiligungen von öffentlichen Investitionen in den Luftfahrtsektor profitiere, um nun Standorte und deren Arbeitsplätze zu gefährden und den Luftfahrtstandort Deutschland nachhaltig zu schwächen, betonten die SPD-Fraktionsvorsitzenden Dirk Kienscherf (Hamburg), Mustafa Güngör (Bremen) und Johanne Modder (Niedersachsen) in einer gemeinsamen Erklärung vom Mittwoch. "Wir fordern das Management und die Arbeitgebervertreter auf, alles für eine konstruktive Lösung im Sinne der Standort- und Beschäftigungssicherung zu unternehmen."

Sollten Verhandlungen zwischen dem Management und den Arbeitnehmervertretern ergebnislos bleiben, wollen sich die SPD-Politiker über ihre Landesregierungen für eine Vermittlung durch den Bund einsetzen. Vor einigen Wochen hatte bereits die IG Metall verlangt, die Bundesregierung müsse die künftige Struktur bei Airbus zur Chefsache machen. "Wenn wir gegenüber Airbus und gegenüber Frankreich was erreichen wollen, dann ist die richtige Kragenweite das Kanzleramt."

Trotz heftiger Kritik aus der Belegschaft hält der Flugzeugbauer Airbus bislang an seinen Plänen für einen Umbau in der Fertigung fest. "Die Gründung von zwei neuen Unternehmen für die Flugzeugstruktur-Montage in Frankreich und Deutschland schreitet weiter voran", hieß es zuletzt aus dem Unternehmen. Auch bei der geplanten Gründung einer neuen Einheit, die sich in Deutschland auf die Fertigung von Einzelteilen und Kleinkomponenten konzentriert, sind die Überlegungen inzwischen voran geschritten.

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