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Bundesregierung schickt Michael Kerkloh in Lufthansa-Aufsichtsrat

Mit zwei Verkehrs- und Managementexperten ist die Bundesregierung künftig im Lufthansa-Aufsichtsrat vertreten. Ein vorher abgestimmtes Auswahlverfahren soll dafür sorgen, dass alle mit den Personalien leben können.

Michael Kerkloh © dpa, Andreas Gebert

Der ehemalige Münchner Flughafenchef Michael Kerkloh geht wohl für die Bundesregierung in den Aufsichtsrat der Lufthansa. Wie die "FAZ" berichtet, wird der zweite Sitz mit Angela Titzrath, der Vorstandsvorsitzenden der Hamburger Hafen und Logistik AG besetzt.

Damit entsendet die Bundesregierung zwei ausgewiesene Verkehrsexperten in den Lufthansa-Aufsichtsrat. Michael Kerkloh war bis Ende vergangenen Jahres 18 Jahre lang Vorsitzender der Geschäftsführung des Flughafens München, davor Flughafen-Chef in Hamburg und Leiter der Flugzeugabfertigung am Frankfurter Airport.

Während seiner Zeit in München wurde 2003 Terminal 2 eingeweiht und der Flughafen in der Folge immer stärker zum zweiten Hub-Standbein der Lufthansa. 2016 kam der neue T2-Satellit hinzu. Kerkloh setzte sich lange Zeit auch für den Bau einer dritten Startbahn in München ein, nach dem Nein im Volksentscheid 2012 kam es jedoch in seiner Amtszeit nicht mehr zum Baustart.

Lufthansa hatte Vorschlagsrecht

Die zweite Kandidatin der Bundesregierung, Angela Titzrath, war zwei Jahrzehnte lang im gehobenen Management des Daimler-Konzerns, bevor sie, nach einer Zwischenstation im Vorstand der Deutschen Post, seit 2017 den Hamburger Hafen leitet.

Die Bundesrepublik ist im Zuge des Rettungspakets für die Lufthansa zum größten Einzelaktionär des Konzerns geworden. Die Regierung will zwar nicht in das operative Geschäft eingreifen, jedoch sollen zwei Aufsichtsratsmandate von ihr besetzt werden. Das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND) hatte unter Berufung auf Unterlagen aus dem Finanzminsterium berichtet, dass der Aufsichtsratsvorsitzende der Lufthansa, derzeit Karl-Ludwig Kley, für beide Positionen jeweils zwei Kandidaten vorschlagen sollte, aus denen die Regierung dann jeweils einen auswählt. Die Kandidatenauswahl sollte rein nach fachlicher Kompetenz erfolgen, hieß es aus dem Finanzministerium.

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Die Regelung ist ein Kompromiss, denn die Aufsichtsratsmandate waren ein Streitpunkt in den Verhandlungen zum Lufthansa-Paket. Sowohl Lufthansa-Chef Carsten Spohr als auch der größte private Anteilseigner Heinz Hermann Thiele waren dagegen und warnten vor zu viel staatlichem Einfluss. Thiele fürchtete zudem, dass die Regierung Beamte entsendet, die keine Luftfahrtexperten sind.

Laut RND war in der Bundesregierung Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) gegen die Übernahme der Mandate. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte jedoch darauf gepocht. Offiziell bestätigt sind die Personalien derweil noch nicht. Sowohl Lufthansa als auch die Regierung wollten keine Stellung nehmen.

Von: dh, dk

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