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Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth mit Beobachtungen und Erlebnissen aus der weiten Welt der Luftfahrt. © airliners.de

Vergangene Woche, auf dem Weg von Caracas nach Bogotá, fiel einigen meiner Kollegen an Bord von Avianca-TACA vor allem eines auf: das schöne, schwere Essbesteck in Business Class, aus massivem Metall. Eigentlich ein Anachronismus, denn heute gilt es, Gewicht und Kosten zu sparen, wo es nur geht. Innerhalb Europas und in Economy Class, erst recht aber auf Ferien- und Charterflügen, gibt es heute fast überhaupt nichts mehr zu essen. Wenn, dann ein Sandwich oder eine Tüte Chips, dafür braucht es natürlich keine Utensilien. Oder es wird, wie bei Lufthansa in Business Class auf Kurzstrecken, ein Mini-Menü mit Plastikbesteck gereicht. Langstrecken-Passagieren der vorderen Klassen dagegen wird mit Tischdecke, Serviette, Messern, Gabeln und Löffeln eingedeckt. Aber auch hier wird gespart – am Design, am Gewicht – oder sogar an den Tütchen mit Pfeffer und Salz, die die Lufthansa in Business Class seit einiger Zeit weggelassen hatte und jetzt nach massivem Protest der Kundschaft wieder serviert.

Ich habe in den frühen Jahren meiner Flugleidenschaft überall Bestecke von Airlines mitgehen lassen und gesammelt. Irgendwann habe ich aufgehört und die Sammlung lag lange unbeachtet im Schrank. Vor einiger Zeit verschenkte ich unbedeutende Stücke und habe mir jetzt die verbleibenden Exemplare nochmal angesehen. Und siehe da: Bestecke erzählen erstaunlich viel über die Kulturgeschichte der Luftfahrt.

So hatte die Lufthansa in den achtziger Jahren regelrechte Jahrgangs-Bestecks, denen eigens das Ausgabejahr eingeprägt war wie bei Münzen: 1984 gibt es da, 1986 von der bekannten Firma WMF, 1988 von den Gebrüdern Hepp, einem anderen wichtigen Lieferanten, wo sich sogar Designer Wolf Karnagel auf jedem einzelnen Stück erwähnt fand. Interessant, welche Parallelen es gab: 1988 führten auch Passagiere der lange bankrotten australischen Ansett Airlines ihre Bissen auf Gabeln von Hepp aus Deutschland zu Munde, im gleichen Jahr servierte die neu gegründete, erste Germanwings, eine zunächst innerdeutsch fliegende Nobel-Airline, üppige Menüs ebenfalls mit Bestecken von Hepp.

Zur gleichen Zeit gab es noch die DDR-Linie Interflug, deren Passagiere trotz ostdeutscher Versorgungsengpässe nie darben mussten: Den sehr zweckmäßigen Interflug-Bestecken war nur das Markenzeichen „IF“ eingeprägt und die wichtige Angabe „Rostfrei DDR“. Dabei macht der billig produzierte kleine Kaffeelöffel dasselbe Geräusch wie die damals im Umlauf befindlichen Alu-Chip-Münzen der Mark der DDR. Und westdeutsche Airlines, die vor allem als Ferienflieger unterwegs waren, ließen ihre Gäste ebenso wie die nobleren Linien-Konkurrenten mit Hepp-Bestecken speisen, die es sowohl bei Hapag Lloyd als auch bei Aero Lloyd an Bord gab.

Nobel geht die Welt zugrunde, könnte man das Kapitel Luxus-Bestecke überschreiben. Denn erstaunlicherweise finden sich in meiner Sammlung jede Menge heute leicht schwarz angelaufener, versilberter Exemplare. Airlines wie United (!) und Air New Zealand verwöhnten damals ihre Premium-Kunden mit derart edlem Esswerkzeug. Noch viel erstaunlicher ist aber, dass ich auch versilberte Gabeln von Crossair aus der Schweiz habe, sowohl mit deren ganz frühem Schriftzug als auch aus den späten Achtzigern stammend. Noch 1996, so erinnere ich mich, bekam ich auf einem Flug in der Saab 2000 in der damaligen Einheitsklasse auf dem Flug von Hamburg nach Zürich wie jeder Passagier ein Döschen echten persischen Kaviars serviert! Unfassbar schon damals, aber erst recht heute, solches Catering bei einem Regionalflug. Heute ist man da schon für ein pappiges Gratis-Brötchen dankbar. Und Champagner selbst für Billigticket-Bucher war damals bei Crossair auch selbstverständlich.

Von 1992 stammt mein Lieblingsbesteck, das einen Ehrenplatz hat: von meinem ersten Concorde-Flug, mit Air France, und in sehr ausgefallenem Design: Die Stiele bzw. Griffe von Messer, Gabel und Löffel sind als komplett runde Stäbe gearbeitet. So etwas habe ich vorher oder nachher nie wieder in die Hand bekommen. War auch nicht furchtbar praktisch, sieht aber toll aus. Ganz anders als der Star meiner Messer-Kollektion: Air India mochte es 1986 gern massiv, mit diesem mächtigen Schneidegerät samt Zier-Ornamenten könnte man auch locker als Heimwerker arbeiten. Da bekommt der in der Luftfahrt gern angewandte Slogan von der „Cutting Edge Technology“ doch gleich eine ganz andere Note, auch wenn das indische Messer wahrlich keine Spitzentechnologie war, sondern eher ein primitiver Faustkeil.

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