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Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth mit Beobachtungen und Erlebnissen aus der weiten Welt der Luftfahrt. © airliners.de

Montag. „Durchgang geschlossen“ steht auf dem Schild, das den Weg in die halb offene, halb gläserne runde Kabine versperrt. Meine erste Begegnung mit dem Körperscanner, von dem zwei Probeexemplare seit kurzem am Hamburger Flughafen getestet werden, verläuft enttäuschend.

Die nette Dame an der konventionellen Sicherheitskontrolle mit Torsonde, die ich nebenan passiere, klärt mich ungeniert auf. „Die Dinger sind viel zu langsam. Die stellen wir immer ab zur Hauptverkehrszeit, das dauert einfach zu lange, weil die Leute noch viel mehr ablegen müssen als bei den normalen Kontrollen.“ Wie absurd, denke ich. Was soll ein Praxistest, wo man gerade die Zeit höchster Belastung einfach umgeht, in dem man die Scanner abstellt?

Ich bin eigentlich ein Fan des Körperscanners, weil er die Kontrolle einfacher und schneller machen kann. Auf dem modernen Moskauer Flughafen Domodedowo sind sie schon lange im Einsatz und funktionieren tadellos, wie mir vor fünf Jahren dort vorgeführt wurde.

Donnerstag. Wieder morgens zur Stoßzeit um acht Uhr. Diesmal sind die beiden Scanner im Einsatz, man hat sich offenbar eines Besseren besonnen. Von „dringend nötigen Software-Upgrades“ war zwischenzeitlich die Rede. Vor den Scannern heute besonders lange Warteschlangen. Liegt es daran, dass soviele Reisende neugierig auf die ungewohnte Technologie sind? Nein, eher daran, dass heute unmittelbar vor Herbstferienbeginn schon viele Selten-Flieger reisen. Bei ihnen dauert die umständliche Prozedur des Ablegens nahezu aller Gegenstände und etlicher Kleidungsstücke noch länger.

Sogar die Bordkarten müssen aus der Hemdtasche geholt werden, Papiertaschentücher aus der Hose. Die Geräte, so erläutert ein am Check-in ausliegendes Faltblatt der Bundespolizei, arbeiten mit „aktiver Millimeterwellentechnik“ und nutzen „unter anderem die natürliche Wärmeabgabe des menschlichen Körpers.“ Doch es ist der Wurm drin. Nach zügigem Passieren einer normalen Schleuse warte ich auf der anderen Seite und beäuge die Vorgänge am Scanner. Ein Blick auf die Uhr beweist: Viele Passagiere stehen wegen Missverständnissen und Ablauffehlern bis zu 30 Sekunden in der Kabine. Dabei erklärt das Faltblatt: „Nach drei Sekunden des Stillstehens kann der Passagier aus der Kabine heraustreten.“ Schön wär’s.

Freitag. Das gleiche Bild, vor den Kontrollstellen lange Warteschlangen, ein Mix aus Geschäfts- und Urlaubsreisenden. Ich kann zum Glück wieder den speziellen Fast Track mit den Torsonden benutzen, bin im Nu durch. Also Zeit für eine weitere Feldbeobachtung am Ausgang des neuen Geräts. „Der Körperscanner arbeitet mit einem automatischen Detektionsverfahren und zeigt detektierte Gegenstände an einem Piktogramm“, erläutert das Faltblatt. Und das tut er heute morgen an dem Bildschirm an seinem Ausgang reichlich.

Ich nehme mir vor, zehn Passagiere nacheinander zu beobachten und zu sehen, wie viele von ihnen das Gerät ohne Nachkontrolle passieren. Das ist ja gerade der Sinn, das die üblicherweise nicht nötig ist. Auch wenn es aufgrund des langwierigen Entleerens aller Taschen vorher trotzdem keinen großen Zeitgewinn verspricht. Meine Feldforschung ergibt Niederschmetterndes: Von zehn in Folge gescannten Passagieren müssen neun (!) zur manuellen Nachkontrollle. Mal zeigt das Pikogramm gelbe Vierecke an den Schultern, mal im Bereich der Hosentaschen, mal an den Stiefeln einer Passagierin. Mein Fazit: Herr de Maizière, Sie haben ein Problem!

Sonntag. Heute muss ich leider schon ganz früh am Flughafen sein, gegen halb sieben. Meine Chance: Kaum Menschen vor den Kontrollen, auch am Körperscanner gerade mal vier Leute vor mir. Noch nie musste ich die Tempo-Taschentücher aus meiner Hosentasche mit in den Korb legen, hier schon. Es herrscht Kasernenhofton. „Jetzt eintreten! Arme hoch! Stillhalten!“, bellt die Kontrolleuse. Ich tue wie befohlen.

„Der Scanvorgang ist schnell und unkompliziert“, sagt das Faltblatt. „Die Arme müssen so über den Kopf gehalten werden, dass sich die Fingerspitzen möglichst knapp berühren.“ Das habe ich aber erst hinterher gelesen und daher nicht beachtet. „Raustreten!“, herrscht mich der Kontrolleur auf der anderen Seite an, fügt dann aber immerhin noch ein „Bitte!“ hinzu. Wir beide warten vor dem Bildschirm auf das Ergebnis. Und tatsächlich: Auf grünem Grund leuchtet ein großes schwarzes „OK“ auf. Scan bestanden. Trotzdem, unter Praxisbedingungen kann man derzeit über das Gerät nur urteilen: „Abstellen, sechs.“

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