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Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth mit Beobachtungen und Erlebnissen aus der weiten Welt der Luftfahrt. © airliners.de

Flughafenhotels sind äußerst merkwürdige Orte. Sie liegen irgendwo zwischen Himmel und Erde, so scheint es, weder im einen Element noch im anderen. Wer hier absteigt, ist immer noch im Orbit der Flugreise, noch gar nicht richtig gelandet oder wirklich angekommen. Es gibt kaum flüchtigere Orte auf der Welt als Flughafenhotels. Hier will eigentlich niemand hin, alle sind auf der Durchreise, keiner bleibt länger als nötig, meist nur eine Nacht.

Wer hier mehrere Nächte verbringt, kann schon eine Art Trauma erleiden. Nirgendwo ist man so „Lost in Translation“, um meinen Lieblingsfilm mit Scarlett Johansson zu zitieren, wie in einem Flughafenhotel. Völlig ohne Bezug zur normalen Welt am Zielort. Dabei sprechen hier nun wirklich fast alle Bediensteten irgendwie eine Art Englisch – sollte man meinen. Da fliegt man zehn, zwölf, fünfzehn Stunden, um dann wieder in eine ähnliche Kunstwelt einzutauchen wie die, wo man vielleicht gerade herkommt. Monotone Dudelmusik im Fahrstuhl, das ewig gleiche langweilige Frühstück, die aseptische Dekoration aus Kunstpflanzen und Pseudo-Kunstwerken, das ist das Ambiente weltweit.

Da muss man ja fast Depressionen kriegen. In meinem Job kommt es leider ziemlich oft vor, dass ich in Airport Hotels untergebracht werde. Das erste was ich mache, wenn ich irgendwie auch nur ein paar Stunden Zeit habe, ist in die dazugehörige Stadt zu fahren. Ich will endlich dort ankommen, wo ich eigentlich hingeflogen bin.

Neulich habe ich das in Singapur gemacht, und in der Stadt erstmal hervorragende lokale Köstlichkeiten draußen unter Einheimischen genossen, statt überteuertes Plastikessen für Spesenritter im klimatisierten Airport Hotel. Das Crowne Plaza Changi Airport allerdings war ansonsten eine erfreuliche Entdeckung: Mit direktem Zugang zum schicken Terminal 3, ohne nervige Shuttlebusse erreichbar, und selbst unkonventionell gestaltet. Das Beste: Auf dem Weg zum Frühstück geht man durch die Tropenhitze über offene Flure und kann hervorragende Blicke auf Vorfeld und Runways genießen.

Ähnlich genial der Swimming Pool draußen im Palmen-Atrium mit Blick auf Tower und startende Jets. Da perlt der Jetlag buchstäblich von einem ab. Trostlos dann das Hankyu Airport Hotel auf meiner nächsten Station, allerdings sehr praktisch gelegen direkt im Terminal 2 des Tokioter Inlandsflughafens Haneda. Kleine Zimmer-Zellen ohne zu öffnende Fenster, für Westler schwer genießbares Frühstückssammelsurium und wenig erheiternde Ausblicke auf Beton und Asphalt.

In Frankfurt habe ich in einem neuen Flughafenhotel in Terminalnähe kürzlich am eigenen Leib erlebt, gegen was die Anwohner in der Einflugschneise der neuen Bahn demonstrieren. Ich war geschockt, wie es sich anfühlte, als in der letzten Rushhour kurz vor Nachtschließung des Flughafens die Flieger im Drei-Minuten-Takt im Tiefstflug über den Dachfirst oberhalb meines Hotelzimmers brausten, wie eine Naturgewalt. Ich wollte das allerdings auch bewusst erleben und habe das Fenster aufgemacht, aber selbst bei geschlossenem Fenster war die physische Wucht noch zu spüren.

Anders dann in London-Heathrow im Sofitel im Terminal 5, wo es dank Extremverglasung total still ist, auch wenn draußen die Jumbos vorbeisausen. Auch diese Herberge ist, großes Plus gerade in Heathrow, zu Fuß zwar in weiten, verschlungenen Wegen aus dem Gebäude, aber direkt zu erreichen. Das Haus macht auf edel und 250 Euro die Nacht sind hier ein Superschnäppchen.

Doch dann gibt es für Jetlag-Geplagte nicht mal einen Pool zum Schwimmen, sonst in 5-Sterne-Häusern Standard. Meine entsprechende telefonische Anfrage wurde von der Spa-Dame typisch britisch mit „I believe not“ beantwortet. Ich konnte es auch nicht glauben, was sie dann noch sagte: Es gäbe aber eine Art Sprudelbecken im Spa, dessen Nutzung allerdings koste 25 Pfund. No thanks. Solchen Wucher soll man nicht unterstützen.

Apropos Wucher: Am letzten Sonntag war ich in Paris-CDG. Terminal 2D wie immer reines Chaos. Die Air France-Business-Lounge wartet nur mit Keksen, trocken Brot und Bananen auf. Ich wollte was Warmes zum Mittag vor dem Abflug. Im Sheraton im Terminal 2, wo man übrigens ganz gut wohnt, bestellte ich mir im Restaurant das Billigste auf der Karte: Eine bessere asiatische Tütensuppe für 16 Euro. Dazu ließ ich mir eine edle Karaffe Leitungswasser und zwei leckere Brötchen mit Butter reichen, die inklusive sind. Es war friedlich und entspannt. Hier machte der Flughafenhotel-Wucher ausnahmsweise sogar Sinn, gemessen an der Umgebung.

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