Mehr Geld für den neuen Hauptstadtflughafen BER

Termine und Kosten - beides scheint beim neuen Hauptstadtflughafen BER immer wieder im Fluss zu sein. Der Zeitplan steht, betonten die Betreiber. Geld aber wird der Flughafen auch nach dem Start benötigen.

Blick auf eine Baustelle am Südpier des BER © dpa / Patrick Pleul
Ein Flugzeug der Tap rollt am Gebäude des zukünftigen Hauptstadtflughafens "Berlin Brandenburg Airport Willy Brandt" vorbei. © dpa / Bernd Settnik
Blick in das Terminalgebäude des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) © dpa / Patrick Pleul
35 Kilometer Kabel wurden im BER neu verlegt. Inzwischen ist die Sanierung abgeschlossen. © dpa / Patrick Pleul
Blick in den neuen BER-Flughafenbahnhof. © airliners.de / Gunnar Kruse

Die Bauherren des neuen Hauptstadtflughafens bereiten weitere millionenschwere Ausgaben vor. Die EU-Kommission soll neue staatliche Hilfen von 2,5 Milliarden Euro genehmigen, wie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag sagte. Bisher hatten die Verantwortlichen von 2,2 Milliarden Euro gesprochen. Müller erklärte, der Bund habe 2,5 Milliarden Euro in Brüssel angemeldet, um Finanzierungsrisiken abzudecken.

Aus der Summe fließen 1,1 Milliarden Euro in die Fertigstellung des Flughafens, der Rest in spätere Erweiterungen und Zinszahlungen. Nach Informationen des "Tagesspiegels" werden die zusätzlichen 300 Millionen Euro fällig, weil Berlin und Brandenburg dieses Geld nicht selbst in das Projekt stecken wollen, sondern lediglich für entsprechende Kredite bürgen. Das erhöht die Zinslast des Flughafens.

Unstimmigkeiten zwischen Gesellschaftern

Das Einverständnis der EU-Kommission wird vom Bundesverkehrsministerium beantragt. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte, der Betrag von 2,5 Milliarden sei unter den Gesellschaftern nicht abgestimmt gewesen. Der Bund ist neben den Ländern Eigentümer der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg. Bei dem Projekt kommt es immer wieder zu Unstimmigkeiten zwischen den Gesellschaftern.

Seit dem Baubeginn 2006 sind die Kosten für den drittgrößten deutschen Flughafen von 2 Milliarden Euro auf 5,4 Milliarden Euro gestiegen - ohne Ausgaben für die Verkehrsanbindung und größtenteils ohne Zinsen. Von der nun in Brüssel beantragten Summe sind 1,1 Milliarden Euro darin schon enthalten. Gibt Brüssel grünes Licht, läge der Finanzrahmen bei 6,8 Milliarden Euro. Die Erweiterungen des Flughafens sind aber noch nicht geplant.

© dpa, Bernd Settnik Lesen Sie auch: BER braucht zum Start provisorische Erweiterung

Zunächst soll der Bau wie geplant für 27 Millionen Passagiere im Jahr eröffnen, und zwar im zweiten Halbjahr 2017. Einige Meilensteine beim Bau würden zwar verspätet erreicht, teilte die Flughafengesellschaft am Dienstag mit. Auf die Gesamtplanung habe das aber keine Auswirkungen. Nicht zutreffend seien Spekulationen, nach denen sich die Eröffnung um weitere sechs Monate verzögert. Das von Planungsfehlern, Baumängeln und Technikproblemen gezeichnete Projekt sollte eigentlich schon 2011 in Betrieb gehen.

Von: dpa

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