Medien: Vorentscheidung um Condor-Zukunft naht

Im Bieterwettkampf um Condor könnte sich laut eines Medienberichts bereits am Wochenende eine Vorentscheidung abzeichnen. Überraschend habe nun die polnische Lot die Nase vorn, heiß es aus Verhandlungskreisen. Damit wendet sich das Blatt erneut.

Die derzeitige Condor-Führung um CEO Ralf Teckentrup, Detlef Specovius von der Kanzlei Schultze & Braun, Finanzchef Christoph Debus und der vorläufige Sachwalter Lucas Flöther im Hauptquartier des Ferienfliegers. Nicht auf dem Bild: COO Christian Schmitt. © airliners.de / Dennis Kazooba

Condor-Chef Ralf Teckentrup scheint sein Versprechen, bis Ende Januar einen Investor für die Airline zu präsentieren, halten zu können. Wie das "Handelsblatt" berichtet sei aus Verhandlungskreisen zu hören, dass bereits am kommenden Wochenende bekannt gegeben werden könnte, mit wem das Condor-Management in die entscheidenden Endverhandlungen gehen werde.

So habe nun offenbar der polnische National-Carrier Lot die Nase vorn. Die Airline habe laut "Handelsblatt" das am schnellsten umsetzbare Konzept vorgelegt. Die Airline wolle nahezu keine Arbeitsplätze abbauen und habe auch die Unterstützung von Reiseunternehmen. Am Donnerstagmittag hieß es noch, dass die beiden Finanzinvestoren Greybull und Apollo die Nase vor hätten. Da beide Konzepte vorgelegt hätten, wie sie Condor nachhaltig weiterentwickeln würden.

Einem Einstieg der beiden Finanzinvestoren steht das gültige EU-Recht im Weg. Danach würde die Airline ihre Verkehrsrechte verlieren, sollte sie nicht mehr mehrheitlich in europäischer Hand sein. Daher benötigen sowohl US-Investor Apollo als auch die Briten von Greybull Partner aus EU-Staaten.

© Lasker Cross Media, Lesen Sie auch: Bieterwettkampf um Condor

Laut dem Bericht könnten sich allerdings einige deutsche Reiseveranstalter vorstellen, sich an einem Konsortium mit Apollo zu beteiligen. Da ihnen im Falle des Groundings der Airline die Kontingente für ihre Hotels wegbrächen.

Condor bringt Geld mit

Spekuliert wird über eine Einstiegssumme von 250 Millionen Euro, wie aus Verhandlungskreisen zu hören ist. Zwar muss der neue Eigentümer bis Mitte April, den von der Politik gewährten Überbrückungskredit in Höhe von 380 Millionen Euro zurückzahlen, aber da Condor über eigene finanzielle Mittel verfügt liege die Summe bei rund 250 Millionen Euro.

Die Gläubiger müssten dem Deal allerdings zustimmen, können aber gleichzeitig auf nicht die Unterstützung der drei Interessenten hoffen. So seien weder Apollo, Greybull oder Lot bereit, einen höheren Kaufpreis zu zahlen, damit die Gläubiger entschädigt werden könnten.

Von: br

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