Rundschau Zweifel am Lililum-Jet und keine Abfindungen für Ex-Air-Berlin-Flugbegleiter

Ein Experte schätzt die Reichweite des Lililum-Jets auf 18 statt 300 Kilometer und das Bundesarbeitsgericht weist Forderungen von Ex-Air-Berlin-Flugbegleitern nach Abfindungen zurück. Unsere Rundschau mit den Kurzmeldungen des Tages.

Mit der Drohne ins Büro: So sieht die Zukunftsvision von Lilium Aviation aus. © Lilium Aviation

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Kurzmeldungen des Tages

In einer umfangreichen Konzept-Kritik, veröffentlicht im Aerokurier, meldet ein Experte massive Zweifel an den von Lilium postulierten Leistungsdaten des Lilium-Jets an. In einer ausführlichen Berechnung kommt dieser auf eine Reichweite von 18 statt 300 Kilometern bei einer maximalen Schwebeflugdauer für Start und Landung von rund 70 Sekunden. Konfrontiert mit den Ergebnissen, reagierte Lillium-Investor Frank Thelen dünnhäutig.

Fast zweieinhalb Jahre nach der Insolvenz der Fluggesellschaft Air Berlin hat das Bundesarbeitsgericht Forderungen von Flugbegleitern nach Abfindungen zurückgewiesen. In einer Grundsatzentscheidung zu vier Streitfällen, die es bis in die höchste Arbeitsgerichtsinstanz schafften, entschied der Erste Senat in Erfurt, dass dem Kabinenpersonal der einstigen Airline keine Zahlungen des Insolvenzverwalters als Nachteilsausgleich zustehen (1AZR 149/19).

FDP-Chef Christian Lindner hat sich beim Klimaschutz für einen "Schulterschluss" der Europäischen Union mit China ausgesprochen. Er forderte einen gemeinsamen Zertifikatehandel für CO2. "Denn wenn Europäische Union und die Volksrepublik China einen gemeinsamen globalisierten CO2-Markt etablieren würden, gemeinsam einen CO2-Deckel installieren würden, dann hätte das eine Strahlwirkung für die ganze Welt - viel mehr als die deutschen Sonderwege", sagte Lindner in einem Interview.

Die Lufthansa Group hat eine Zusammenarbeit mit Google Cloud angekündigt, um die operative Performance zu verbessern. Ziel sei es, Daten aus verschiedenen Prozessen auf einer Plattform zusammenzuführen. Diese soll bei Problemen Szenarien für eine Rückkehr zum geplanten Flugbetrieb vorschlagen, sodass Passagiere trotz Unregelmäßigkeiten so pünktlich und komfortabel wie möglich an ihre Ziele kommen, teilte der Konzern mit.

Am Hamburg Airport wurde am Dienstag (21. Januar) mit den Arbeiten der neunten Bauphase der grundhaften Erneuerung des Hauptvorfeldes begonnen. Die Arbeiten umfassen 24.000 Quadratmeter, teilte der Flughafen mit. Nach der Fertigstellung können auch die dort parkenden Flugzeuge umweltschonend über "Landstrom" versorgt werden.

© Hamburg Airport, Lesen Sie auch: So baut der Flughafen Hamburg um

Die Gewerkschaft Verdi hat am Montagabend das Personal des Bodensee-Airports in Friedrichshafen zu einem Warnstreik aufgerufen. Eine Stunde vor dem offiziellen Betriebsschluss habe das Personal die Arbeit niedergelegt, sagte Verdi-Verhandlungsführer Andreas Schackert: "Was wir nicht wollten, war Schaden anzurichten." Mit dem Warnstreik reagierte Verdi nach eigenen Angaben auf die ergebnislose zweite Verhandlungsrunde mit dem Regionalflughafen.

Die deutsche Wettbewerbszentrale hat auch den Billigflieger Wizz Air verklagt, weil dieser angeblich seine Passagiere daran hindert, ihre Entschädigungsrechte an spezialisierte Klage-Plattformen im Internet abzutreten. Eine ähnliche Klage wurde bereits gegen die irische Ryanair angestrengt. Angriffspunkt am Landgericht Berlin sind die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der ungarischen Wizz Air, wie die Zentrale berichtete.

Am Flughafen Köln/Bonn hat im luftseitigen Bereich des Terminals 1 die Heberer‘s Traditional Bakery eröffnet. Laut Mitteilung liegt der Fokus auf Snack- und Backwaren zum Mitnehmen. Heberer‘s Traditional Bakery ist Teil der SSP Group. Diese betreibt mit dem Cafetiero (landseitig), Kamps, Bodega, Kölsch&Co und Ida&Frida bereits fünf Shops am Airport. Foto: © SSP

Die in finanzielle Schieflage geratene South African Airways (SAA) streicht in dieser Woche mehrere Verbindungen von Johannesburg nach München. Die Passagiere würden auf die Flüge nach Frankfurt und London oder auf Verbindungen von Star Alliance Airlines aufgeteilt, meldet die Airline. Zudem würden mehrere Inlandsflüge gestrichen. Die Maßnahmen geschähen vor dem Hintergrund des in Südafrika laufenden "Business Rescue Verfahren" zu Rettung von SAA.

Das irrtümlich im Iran abgeschossene ukrainische Passagierflugzeug wurde durch zwei Raketen zum Absturz gebracht. Das ist das Ergebnis eines zweiten Berichts der iranischen Luftfahrtbehörde, wie die iranische Nachrichtenagentur Isna in der Nacht zum Dienstag berichtete. Demnach wurde die Maschine nahe Teheran von zwei Raketen des Typs "TOR" aus nördlicher Richtung getroffen.

KLM hat sich laut übereinstimmender Medienberichte bereit erklärt, die niederländischen Vermögenswerte der in Konkurs geratenen Jet Airways zu erwerben. Dazu gehören begehrte Slots in Schiphol und eine Boeing 777-300ER, die seit April 2019 auf dem Amsterdamer Flughafen steht, nachdem der Frachtabfertiger Worldwide Flight Services (WFS) die Maschine unter Berufung auf unbezahlte Schulden von Jet Airways beschlagnahmen ließ.

Von: airliners.de

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