Mallorca-Basis von Eurowings rebelliert gegen Lohn-Dumping

Unzufriedene Mitarbeiter, Betriebsversammlungen zu denen keiner kommt. Die spanische Pilotenvereinigung warnt, dass es in den kommenden Monaten für Eurowings-Passagiere chaotisch werden könnte in Palma.

Eurowings-Mitarbeiter während der Eröffnung der Mallorca-Basis 2017 © Eurowings

Die spanische Pilotenvereinigung Sepla warnt deutsche Mallorca-Touristen vor "Ungemach" in den kommenden Monaten. Grund dafür sei die "mittlerweile sehr angespannte Stimmung" des gesamten Flugpersonals an der Eurowings-Station Palma de Mallorca nach einem über acht Monate anhaltenden Verhandlungsmarathon.

Flugreisende mit gebuchten Eurowings-Tickets sollten daher in den kommenden Wochen aufmerksam bezüglich möglicher Flugausfälle und Streiks sein. Die deutsche Vereinigung Cockpit (VC) solidarisierte sich mit den Eurowings-Angestellten auf Mallorca und verbreitete die Sepla-Mitteilung in Deutschland.

Einsätze zusammen mit deutschen Kollegen für den halben Lohn

Im Vergleich zu ihren deutschen und österreichischen Kollegen gebe es für die Piloten und Flugbegleiter der Eurowings-Station Palma keinerlei Tarifverträge, so Sepla und VC. Wichtige Arbeitszeitbegrenzungen, Ruhezeit-Regelungen und soziale Absicherung würden fehlen. Hinzu komme eine Vergütung, die zum Teil 50 Prozent unter denen der tarifierten Kollegen liege und durchaus als Lohndumping bezeichnet werden dürfe. Besonders, wenn man bedenke, dass das spanische Personal regelmäßig an den deutschen Eurowings Stationen eingesetzt wird und zusammen mit den deutschen Kollegen im selben Flugzeug arbeitet.

© Eurowings, Athenea Diapouli-Hariman Lesen Sie auch: Eurowings drohen neue Streiks

Wie angespannt das Verhältnis zwischen Flugpersonal und Geschäftsführung mittlerweile sei, ist laut der Mitteilung kürzlich besonders deutlich geworden. Ein von der Geschäftsführung für den sechsten Juni angesetztes Meeting, zu dem alle insgesamt 80 Piloten und 140 Flugbegleiter eingeladen gewesen wären, sei von der Belegschaft geschlossen gemieden worden. Kein einziger Pilot oder Flugbegleiter sei in den von der Geschäftsleitung angemieteten Tagungsräumen erschienen.

"Offener Brief" der Angestellten

Stattdessen antworteten die Angestellten mit einem "offenen Brief" an die Geschäftsleitung. In diesem heißt es, dass dem Personal die wirtschaftliche Situation von Eurowings bekannt sei, der Handlungsbedarf jedoch offensichtlich sei. Die Angestellten der Mallorca-Basis hätten in den beiden zurückliegenden Jahren mit Elan gearbeitet. Eine weitere Verschlechterung ihrer Konditionen zu vergleichbaren Mitbewerbern auf dem Markt, sowie in der Eurowings Gruppe, sei nicht akzeptabel und nicht zu begründen. Die gewählte Tarifkommission habe das hundertprozentige Vertrauen der Belegschaft und warte darauf, zu einem Abschluss zu kommen.

© dpa, Daniel Bockwoldt Lesen Sie auch: Lufthansa rechnet mit weniger Gewinn

Von: dk

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