Fluggesellschaften bemühen sich um Adria-Airways-Ersatz

Die insolvente Adria Airways flog innerdeutsch für Luxair zwischen Saarbrücken und Berlin. Nun gibt es Ersatz. Gleichzeitig bemüht sich die Lufthansa Group um neue Partner für Codeshare- und Wet-Lease-Flüge.

Die täglichen Flüge werden von einem Bombardier CRJ700 der Adria Airways durchgeführt. © AirTeamImages.com / Rudi Boigelot

Luxair hat nach der Pleite von Wet-Lease-Partnerin Adria Airways eine neue Airline für die innerdeutsche Verbindung zwischen Saarbrücken und Berlin präsentiert. "Die Route wird bis auf weiteres von der estnischen Nordica durchgeführt", sagte Sprecher des Flughafens Saarbrücken zu airliners.de. Wie schon Adria Airways fliegt auch Nordica die Verbindung mit einer Bombardier CRJ-700.

In der vergangenen Woche waren am Saarbrücker Flughafen mehrere Flüge nach Berlin ausgefallen. Mit dem Einstieg von Nordica laufe der Verkehr wieder planmäßig, so der Flughafensprecher weiter. Luxair bedient die Verbindung seit Januar 2018 bis zu dreimal täglich. Zuvor wurde die Strecke von Air Berlin angeboten.

Lufthansa prüft Hub-Anbindung von Ljubljana

Das Handelsblatt berichtet derweil, dass sich Sloweniens Wirtschaftsminister Zdravko Pocivalsek um Kontinuität bei der Anbindung an Deutschland bemüht. Bereits kurz vor der Pleite von Adria Airways habe es Gespräche mit der Lufthansa gegeben, verbunden mit der Frage, ob Lufthansa die Hälfte der Kapazitäten übernehmen könne.

Ein Konzernsprecher teilte auf Anfrage von airliners.de mit, dass man derzeit Optionen prüfe, wie Ljubljana auch künftig weiter an die Hubs der Lufthansa Group angebunden werden könnten. Durch die Insolvenzanmeldung der Star-Alliance-Airline und der Einstellung des Flugbetriebs sind zahlreiche Flüge aus den Lufthansa-Group-Hubs Frankfurt, München, Wien und Zürich ausgefallen.

In Deutschland bediente Adria Airways im Code-Share mit Lufthansa die Routen von Ljubljana, Tirana und Pristina nach Frankfurt sowie München. Swiss stellt nun die von Adria als Partner bedienten Flüge zwischen Zürich und Lugano auf Bahnverbindungen um.

Austrian Airlines hatte noch bis Dezember zwei Regionaljets der Slowenen für Regionaldienste samt Crews hinzu geleast. Eine Austrian-Sprecherin sagte zu airliners.de, dass man derzeit alles versuche, um die Ausfälle so gering wie möglich zu halten. Einzelne Flugstreichungen könne man jedoch leider nicht ausschließen.

© AirTeamImages.com, Chris Jilli Lesen Sie auch: Adria Airways setzt alle Flüge aus

In der vergangenen Woche hatte Adria Airways Ihren Flugbetrieb zum Teil eingestellt. Seit der Insolvenzanmeldung vom 30. September sind alle Maschinen am Boden. Laut Medienberichten soll das Unternehmen Schulden in Höhe von 60 Millionen Euro haben. Adria Airways war 2016 privatisiert und von der deutschen Finanzgruppe 4 K Invest gekauft worden.

Von: br

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