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Luftwaffe und Lufthansa untersuchen Bombardier-Notlandung

Medienberichten zufolge haben Nachlässigkeiten zum Unfall des Bombardier-Regierungsjets in Berlin-Schönefeld geführt: Zunächst sollen Spoiler falsch angeschlossen worden sein, was auch den Piloten hätte auffallen müssen.

Bundeswehroffiziere besichtigen am 22.09.2011 in einem Hangar in Schönefeld eine Bombardier Global 5000. © dpa / Bernd Settnik

Nachlässigkeiten sind laut Medienberichten die Hauptursache für die Notlandung eines Bombardier Global 5000 der Flugbereitschaft vor knapp zwei Wochen in Berlin-Schönefeld.

Sowohl die Techniker bei Lufthansa Bombardier Aviation Services (LBAS) als auch die Luftwaffen-Piloten hätten nicht alle vorgeschriebenen Checks vorgenommen, meldete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Lufthansa-Kreise.

Auch der "Spiegel" berichtete über die Wartungsmängel. Demnach waren bei der Wartung offenbar die Spoiler auf den Tragflächen falsch eingestellt worden. Die Klappen an der Oberseite der Flügel unterstützen normalerweise sowohl Brems- als auch Lenkbewegungen.

Der Fehler sei aber nicht aufgefallen, weil Techniker vorgeschriebene Kontrollen zum Abschuss der Wartungen versäumt hätten, berichtete nun die "Bild". Im Anschluss hätten dann offenbar auch die Piloten der Luftwaffe nachlässig gehandelt. Denn auch ihnen hätte bei Routine-Checks vor dem Start die falsche Stellung der Spoiler auffallen müssen, hieß es in dem "Bild"-Bericht weiter.

Lufthansa überprüft Tochterfirma

Nun untersucht die Lufthansa, inwieweit die Wartungsarbeiten ihrer zusammen mit Bombardier betriebenen Tochter LBAS mit dem Vorfall zusammenhängen. Man habe die Berichte über die möglichen Ursachen sehr genau gelesen und nehme diese "sehr ernst", erklärte ein Sprecher von Lufthansa Technik. "Wir werden die Wartungsarbeiten an der Maschine auf das Gründlichste überprüfen."

Die Spekulationen über die Ursache des Beinahe-Absturzes wollte Lufthansa Technik aber nicht kommentieren. "Wir können und dürfen uns dazu weiter nicht äußern. Die Untersuchungen werden vom «General Flugsicherheit» der Bundeswehr geführt", sagte der Sprecher.

Das Regierungsflugzeug war am 16. April auf einem routinemäßigen Kontrollflug nach umfangreichen Wartungsarbeiten in Not geraten und bei der Landung schwer beschädigt worden. Bei einer Notlandung auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld geriet das Flugzeug außer Kontrolle. Der Jet verfehlte die Landebahn und kam mit beiden Tragflächen auf dem Boden auf.

Die Luftwaffe hat vier Bombardier Global 5000. Die Cityjets werden von der Flugbereitschaft auf Kurz- und Mittelstrecken unter anderem für den Transport von Mitgliedern des Parlaments und der Regierung eingesetzt.

Von: dh mit AFP, dpa

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