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Security-Dienstleister pochen auf Teilhabe an Flughafen-Hilfen

Die Luftsicherheitsunternehmen an den Flughäfen warnen davor, Personal zu entlassen, wenn sie nicht am Flughafen-Hilfspaket beteiligt werden. Anders könnten die Dienstleister nicht überleben. Probleme drohen dann beim Wiederhochfahren des Betriebs.

Luftsicherheitsbeauftragte kontrollieren Fluggäste am Airport in München. © dpa / Frank Leonhardt

Nachdem Bund und Länder einem Hilfspaket für Flughäfen zugestimmt haben, sieht die Luftsicherheitsbranche den Bund am Zug, auch die Dienstleister, die für reibungslose Abläufe in der Luftfahrt sorgten, in die spezifische finanzielle Unterstützung für die Branche zu integrieren. "Die Luftsicherheitsunternehmen dürfen bei den anstehenden Entscheidungen nicht vergessen werden", sagt Udo Hansen, Präsident des Branchenverbandes BDLS.

Die Dienstleister seien ebenso stark von den massiven Rückgängen im Luftverkehr betroffen, wie Flughäfen und Airlines. Viele der Sicherheitsunternehmen kämpften um ihre Existenz. Dabei sei ein sicherer Luftverkehr ohne sie unmöglich.

Trotz der massiv zurückgegangen Nachfrage im Luftverkehr könnten die Security-Anbieter jedoch ihre Kosten, die zu 80 Prozent Personalkosten seien, nicht einfach runterfahren, ohne die Vorsorge für eine künftige Erholung zu vernachlässigen, erklärt Hansen.

"Wir wissen, dass die meisten anderen Branchen ebenfalls mit massiven Problemen zu kämpfen haben. In unserem Fall darf man aber einen weiteren – entscheidenden - Faktor nicht vergessen: Ein Aufschwung des Luftverkehrs in sechs oder neun Monaten würde, wenn keine finanziellen Hilfen für die Unternehmen erfolgen, zwangsläufig auf stark verminderte personelle Kapazitäten bei den Luftsicherheitsunternehmen treffen - was den dringend notwendigen Aufschwung behindern würde." Es wäre mit hohen Wartezeiten, einer starken Frustration bei Fluggästen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie starken Belastungen der verbliebenen Beschäftigten zu rechnen.

In den letzten Monaten hätten die Unternehmen alles versucht, um so viele Beschäftigte wie möglich halten zu können. Doch um zu überleben, müssten die Unternehmen zwangsläufig die personellen Kapazitäten irgendwann der tatsächlichen Nachfrage anpassen. Diese Nachfrage sei im Winterhalbjahr ohnehin immer geringer als in den Sommermonaten und wird nun durch Corona noch einmal drastisch reduziert.

Von: dk

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