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Eine Mitarbeiterin des Sicherheitspersonals kontrolliert auf dem Flughafen in Düsseldorf das Handgepäck der Fluggäste. © dpa / Roland Weihrauch

Mit dem neuen Jahr treten an den deutschen Verkehrsflughäfen neu berechnete Luftsicherheitsgebühren in Kraft. Diese fallen zum Teil deutlich höher als bislang aus, wie aus der jetzt vom Bundesministerium des Innern (BMI) vorgelegten Gebührentabelle hervorgeht.

Die größte Erhöhung wird demnach in Kassel-Calden fällig. Dort steigt die Luftsicherheitsgebühr pro Passagier ab 1. Januar von jetzt 4,60 Euro auf zehn Euro. Das entspricht mit einem Plus von rund 113 Prozent mehr als dem Doppelten der bislang zu zahlenden Summe. Zehn Euro gelten als gesetzliche Obergrenze bei den Luftsicherheitsgebühren.

In Magdeburg steigt die Gebühr ebenfalls kräftig an. Dort müssen bald auch zehn Euro pro kontrolliertem Passagier gezahlt werden - statt 6,37 Euro in diesem Jahr. Das entspricht einem Plus von knapp 57 Prozent. Große Kostensteigerungen gibt es 2014 zudem in Zweibrücken (+33 Prozent).

Höhere Gebühren werden 2014 aber nicht nur an kleinen Flugplätzen fällig. Ebenso von Steigerungen betroffen sind verkehrsreiche Flughäfen wie Berlin, Hannover, Nürnberg, Stuttgart, Düsseldorf, München und Köln/Bonn. So steigen die Security-Kosten ab Jahresbeginn in Berlin-Tegel auf 5,35 Euro je Passagier, in Schönefeld auf 5,17 Euro. Das entspricht einem Plus 22 beziehungsweise gut 23 Prozent.

Luftsicherheitsgebühren 2013 und 2014 pro Passagier
Gebühren in Euro Stand 12/2013 Gebühren in Euro ab 01/2014
Hahn 4.35 3.36
Dortmund 4.20 3.93
Bremen 5.99 5.80
Münster 7.44 7.22
Niederrhein 4.39 4.28
Leipzig 3.98 3.91
Frankfurt 6.68 6.57
Heringsdorf 3.31 3.31
Lübeck 4.35 4.35
Rostock 5.34 5.34
Sylt 6.79 6.79
Braunschweig 8.56 8.56
Erfurt 10.00 10.00
Saarbrücken 8.57 8.76
Memmingen 4.01 4.14
Hamburg 3.89 4.03
Dresden 4.59 4.81
Paderborn 6.38 6.70
Köln/Bonn 5.76 6.05
München 5.24 5.55
Düsseldorf 4.07 4.42
Stuttgart 4.5 4.91
Friedrichshafen 6.43 7.09
Nürnberg 5.91 6.67
Karlsruhe 4.77 5.42
Hannover 6.45 7.39
Tegel 4.40 5.35
Schönefeld 4.19 5.17
Zweibrücken 3.58 4.77
Magdeburg 6.37 10.00
Kassel 4.7 10.00

Quelle: Bundesministerium des Innern (BMI)

An sechs der insgesamt 31 Verkehrsflughäfen bleibt die Gebühr für Personenkontrollen stabil. An sieben Plätzen wird sie sogar reduziert, wenn auch meist nur im einstelligen Prozentbereich, wie etwa am größten Flughafen Deutschlands in Frankfurt/Main (-1,65%).

Mit einem Minus von fast 23 Prozent steht einzig für den Flughafen Hahn eine größere Reduzierung an. Dort sinken die pro Passagier zu zahlenden Gebühren für die Sicherheitschecks von jetzt 4,35 Euro zum Jahresbeginn auf 3,36 Euro. Am günstigsten sind die Sicherheitsgebühren mit 3,31 Euro pro Passagier unverändert am Flughafen Heringsdorf auf Usedom

Fluggesellschaften warnen vor Kostensteigerungen

Die Gesamtbelastung durch die Luftsicherheitsgebühr bezifferte der Bundesverband der Deuschen Fluggesellschaften (BDF) mit rund 450 Millionen Euro. Für das kommende Jahr geht der Verband von einer Steigerung auf etwa eine halbe Milliarde Euro aus.

Die Fluggesellschaften warnen vor dem Hintergrund kommender Neuregelungen für die Mitnahme von Flüssigkeiten vor weiteren Kostensteigerungen. Im neuen Jahr würden zudem in zahlreichen Bundesländern neue Tarifverträge verhandelt, so der BDF. In Hamburg und Nordrhein-Westfahlen hatten die Sicherheitsbeschäftigten zuletzt erhebliche Zuschläge erstreikt. Rund 80 Prozent der Kosten für die Luftsicherheitsgebühren entfallen laut BDF auf Personalkosten.

Die Luftsicherheitsgebühr wird entweder durch die Bundespolizei oder durch die jeweilige Landesbehörde berechnet und eingezogen. Einfluss auf die Gebührenhöhe haben den Angaben nach das Passagieraufkommen des jeweiligen Flughafens und Faktoren wie beispielsweise der Standort der Sicherheitskontrollen. Diese Behörden übersenden den Luftfahrtunternehmen anhand der übermittelten Passagierzahlen entsprechende Gebührenbescheide. Die Luftfahrtunternehmen stellen diese Gebühren zumindest zum Teil ihren Passagieren in Rechnung.